Nachtrag zum Sinn von „Keine Gewalt gegen Polizisten“

Mal wieder ein Beitrag, der eine winzige Minderheit betrifft.

Deswegen vorab: vielen Dank an alle, die so engagiert und sachlich ihre Meinung äußern.

Vor einigen Monaten habe ich aus gegebenem Anlass einen Blogbeitrag über den Sinn dieses Projekts geschrieben, da es offenbar das eine oder andere Missverständnis gab:

Blogbeitrag: Der Sinn von „Keine Gewalt gegen Polizisten“

Im Kern ging es darum, dass Sinn des Projektes jedenfalls nicht ist, Polizeibeamte zu beleidigen.

Aus gegebenem Anlass füge ich noch eine Erläuterung hinzu:

Sinn des Projekts ist auch nicht, mich zu beleidigen.

Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass ich manchmal zickig bin, aber das heißt noch lange nicht, dass ich mir von jedem X-Beliebigen unter der Gürtellinie kommen lassen muss.

Beispiele aus den letzten 48 Stunden auf Facebook:

Ein Leser hatte in eine Pressemitteilung der Polizei Dinge hineinintrepretiert, die definitiv nicht drinstanden. Die Details führen zu weit. Aber es ist gut, dass der Mann kein Richter ist. Der würde ein schriftliches Geständnis, dass jemand ein Kaugummipapierchen auf den Boden geworfen hat, so lesen, dass der Täter wegen mehrfachen Mordes lebenslänglich hinter Gitter müsste (inklusive anschließender Sicherungsverwahrung). Ich persönlich mag keine Menschen, die Dinge in Texte interpretieren, die nicht drinstehen. Gut, ich interpretiere selbst gern Lyrik und ähnliches. Aber ein Sachtext wie eine Polizeipressemeldung lässt für Interpretationen aus meiner Sicht wenig Raum. Mal ganz abgesehen von dem guten, alten Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“, den ich eigentlich immer so verstanden habe, dass ich dem Angeklagten (in dem Fall der Polizei) nichts unterstelle, was ich nicht beweisen kann. Ich lasse mir gern in angemessenem Tonfall erklären, warum Menschen etwas zwischen den Zeilen lesen, aber ich lasse mich nicht durch Verbalinjurien zwingen, Urteile zu fällen, für die es meiner Ansicht nach keine ausreichenden Belege gibt. (Und die mir nicht mal zustehen.)

Über die menschliche Größe, die ich darin sehe, wenn jemand unter einer Meldung, in der fünf verletzte Menschen vorkommen, kein Wort des Mitgefühls verliert, sondern stattdessen in sehr unpassenden Worten und sehr unangemessenem Tonfall seiner Fantasie freien Lauf lässt, sage ich jetzt nichts. Mit den mir bekannten grundlegenden Regeln der Höflichkeit hat das jedenfalls nicht allzu viel zu tun.

Wenn mir dann auch noch jemand mit einer dermaßen minimalen Lesekompetenz  meint, das Wort im Munde herumdrehen  und mir erklären zu müssen, wie unterbelichtet ich bin, empfinde ich das eigentlich nicht wirklich als Beleidigung, sondern als Selbstdisqualifikation. Deswegen habe ich das stehen lassen, was offenbar ein Fehler war. Offenbar wurde das sofort als Schwäche ausgelegt, denn danach bekam ich gut zu tun.

Als nächstes wurde meine Seite missbraucht, um dort Werbung anzubringen. Im Übrigen für Utensilien, die mit dem geltenden Waffenrecht nicht vereinbar sind.  Erstens ist es für mich eine Frage des Anstands, ein gemeinnütziges Projekt nicht für Werbezecke zu missbrauchen. Zweitens steht das auch in den Seiteninformationen, also liegt auch hier wieder ein Fall von mangelhafter Lesekompetenz vor. Drittens ist es aus meiner Sicht doppelt dreist, etwas anzupreisen, das der aktuellen Rechtslage widerspricht.

Als ich es wagte, in klaren Worten mitzuteilen, dass ich das nicht akzeptieren würde, wurde ich als erstes dämlich angeraunzt. Wieso fühlt sich jemand von einer Ansage angepisst, die ihn nicht mal betrifft? Auf eine Rückfrage wurden mir dann meine schlechten Umgangsformen vorgehalten.

Die korrekte Zuordnung von Ursache und Wirkung scheint nicht jedermann gegeben zu sein, wie?

Vielleicht bin ich da schlecht erzogen worden und sehe etwas falsch (was ich in Kenntnis meiner Eltern eigentlich nicht glaube), aber aus meiner Sicht ist es auch nicht gerade ein Zeichen von guter Kinderstube, wenn man meint, geltendes Recht nicht beachten zu müssen. Auch irgendwo neu hinzuzukommen (und sei es auf eine Internetseite) und zu glauben, man könne da machen, was man will, ohne sich mal die Seiteninformationen durchzulesen, hat für mich äußerst wenig mit gutem Benehmen zu tun. Es ist aus meiner Sicht sogar ein Zeichen von ausgesprochen schlechter Erziehung, wenn man nicht alle Informationen zur Kenntnis nimmt, aber dann einen auf dicke Hose macht.

Ein derartiges Verhalten verletzt mich übrigens nicht. Das ist in meinen Augen nur peinlich und sagt genug über die Leute aus, die sich so aufführen.

Aber ich habe einfach für derartige Kindergartenspielchen keine Zeit. Deswegen lege ich noch einmal allen dringend ans Herz, sich die Forenregeln aller Foren dieses Projekts, zu denen sie etwas absondern wollen, durchzulesen. Solange „Keine Gewalt gegen Polizisten“ kein Verein ist und ganz allein auf meinen Schultern ruht, fallen gelbe Karten aus Zeitmangel aus und es gibt gleich gelb-rot. Möglicherweise ist das undemokratisch. Aber wofür ich wann und wieviel meiner Freizeit aufwende, obliegt ausschließlich familiären Entscheidungen.

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