Polizei als Pannenhelfer

Eine 63jährige Frau aus Norddeutschland, die mit ihrer Tochter und ihrem Enkel am späten Samstagabend auf der A6 unterwegs war, blieb mit ihrem Pkw kurz vor Mitternacht in Höhe Kaiserslautern-Einsiedlerhof wegen eines geplatzten Reifens liegen. Die Polizei sicherte die Gefahrenstelle ab und wollte einen Pannendienst verständigen. Es stellte sich jedoch heraus, dass auf absehbare Zeit kein Pannendienst verfügbar gewesen wäre. Also nahmen die Beamten spontan das Problem selbst in die Hand und wechselten der erleichterten Frau den Reifen, damit sie ihre Fahrt fortsetzen konnte.

Quelle: PM der PD Kaiserslautern vom 23.05.2011

5 Kommentare
  1. Melli sagte:

    Es sind ja nicht alle Uniformierten Idioten. Es gibt garantiert ne Menge netter Menschen unter denen, doch was mich zum platzen bringt sind die, die denken: ICH HAB NE UNIFORM AN, TRAGE NE KNARRE BEI MIR UND JEDER MUSS MICH RESPEKTIEREN!
    Respekt gut und schön, nicht mehr oder weniger nur weil es ein Polizist ist.
    Manche nutzen ihre Position aus, weil wie kann es sonst angehen, dass Blaulicht und Sirene eingeschaltet wird, nur weil der Kollege mal dringend aufs Klo muss……
    Abetr wie dem auch sei, es wäre doch mal schön, wenn es wirklich dringend ist, dass der Freund und Helfer nicht erst nach 45 Minuten am Ort ankommt, und man schon den Kopf unterm Arm trägt.

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    • mgernhardt sagte:

      Na, da steckt ja eine Menge drin…

      Interessanter Kommentar…

      Nein, nicht alle Uniformierten sind Idioten. Wobei ich das eher so herum ausdrücken würde: Ja, auch bei Uniformierten gibt es Idioten. Ich kenne nämlich (als nicht Uniformierte) deutlich mehr Idioten ohne Uniform als mit. Rein prozentual gesehen.

      Ich kenne, schon aufgrund dieses Projekt, überdurchschnittlich viele Unifomierte. Ich habe noch nie einen getroffen, der denkt, er sei etwas Besseres, nur weil er eine Uniform trägt. Allerdings kenne ich Uniformierte, die wiederum zugeben, dass es solche gibt. (Die Uniformierten, die ich kenne, denken auch nur sehr selten in Schubladen…)

      Was die Nummer mit dem Blaulicht und dem Klo betrifft – da werfe bitte den ersten Stein, wer ohne Sünde ist. Ich kenne jedenfalls keinen Menschen, ob Uniform oder nicht, der sich nicht schon mal irgendwo einen Vorteil hat mitgehen lassen.
      Aber das ändert nichts daran, dass es natürlich grundsätzlich nicht ok ist, wenn man so etwas tut. Aber auch hier sind meine Erfahrungen ganz anders – ich habe schon sehr viele Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn an mir vorbeirasen sehen und in 90% der Fälle war aus der Gesamtsituation klar ersichtlich, dass in der Tat ein akuter Notfall vorlag. Sei es, dass ich an einer Unfallstelle vorbeikam, sei es, dass ich später im „Dorffunk“ gehört habe, was passiert war, sei es, dass die gestressten Gesichter im Einsatzfahrzeug klar machten, was am Bach war. Dass ich bei den anderen zehn Prozent nichts erkennen konnte, heißt aber noch lange nicht, dass es kein Notfall gewesen wäre. Es heißt lediglich, dass ich nichts erkennen konnte und da ich den guten alten Rechtsgrundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ beherzige, unterstelle ich erstmal, dass es eine Einsatzfahrt war – bis mir einer das Gegenteil beweist.

      Was Deine Bemerkung mit den 45 Minuten betrifft, so muss man auch das deutlich differenzierter sehen als Du es schreibst. Hat das in einer Großstadt stattgefunden oder auf dem Land? Wie war die gesamte Einsatzlage? War dies der einzige Einsatz oder hat pausenlos das Telefon auf der Wache geklingelt?

      Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du auch wirklich auf die Uhr geguckt hast. Unter Angst vergeht ja die Zeit zäh wie Kaugummi. Als ich das letzte Mal die Polizei brauchte (ich war in Lebensgefahr), brauchte sie geschlagene 2 Minuten. Ich weiß das, denn ich habe auf die Uhr geguckt. Hätte ich die Uhr nicht dabei angesehen, hätte ich später geschworen, dass ich mindestens eine halbe Stunde gewartet habe…

      Aber es gibt solche Wartezeiten, das ist richtig. Dazu möchte ich mal kurz die Realitäten schildern: Die Polizei hat einen ziemlichen Personalnotstand. (Die Presse berichtet regelmäßig darüber, man kann aber auch mal den nächsten Polizeibeamten fragen, dem man begegnet. Auf freundliche Ansprache reagieren die meisten sehr offen.) Es gibt ländliche Gemeinden, die aus an die 20 Einzeldörfern bestehen, die sich über 30 km übers Land verteilen und in denen nachts ganze zwei Streifen im Einsatz sind. Eine Streife schlichtet in Dorf A ganz im Westen eine Schlägerei, die teilweise mit Messern ausgetragen wird. Streife B ist gerade in Gemeinde B ganz im Osten des Einsatzgebietes mit einem nächtlichen Raubüberfall befasst. Wer soll sich denn dann noch in Dorf C genau dazwischen darum kümmern, wenn da einer die 110 wählt? Allein die Fahrtzeit in manchen Mittelgebirgen ist ewig lang. Und sollen die Polizisten in Dorf A sagen: „Hey, hört mal gerade auf, Euch abzustechen, wir müssen nach Dorf C, weil da ein Notruf gekommen ist, der natürlich wichtiger ist als Ihr es seid?“ oder sollen lieber die in Dorf B mitteilen, dass das Opfer des Raubüberfalls jetzt allein parat kommen muss, weil in Dorf C… ich denke, das Problem ist klar geworden.

      Polizisten finden es selbst nicht sonderlich witzig, hier und da (es ist nicht die Regel) spät am Einsatzort einzutreffen. Das liegt dann auch nicht daran, dass die sich lustig auf ihrer Wache die Eier schaukeln und den Gedanken furchtbar amüsant finden, dass da ein Opfer einer Straftat um sein Leben bangt. Das liegt ausschließlich daran, dass sie nicht flotter da sein KÖNNEN.

      Man sollte sich auch klarmachen, dass Anrufe auf der 110 aufgezeichnet werden, weil man die Aufnahmen hinterher im Falle von Straftaten als Beweismittel braucht. Gleichzeitig müssen Polizeibeamte JEDEN ihrer Einsätze schriftlich festhalten. Es wäre also relativ einfach nachzuweisen, wenn Polizeibeamte sich tatsächlich auf der Wache ausgeruht hätten, während irgendwo eine Straftat stattgefunden hat, wegen der der Notruf betätigt wurde. Die Folge wäre wohl ziemlich großer Ärger, mindestens mal ein Disziplinarverfahren, wenn nicht sogar ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung. KEIN Polizist ist dämlich genug, sich solch einem Risiko aus purer Faulheit auszusetzen.

      Wenn Du also wirklich diese Erfahrung mit einer derartigen Wartezeit gemacht hast, dann wäre es aus meiner Sicht angebracht, das dem Innenminister Deines Bundeslandes mitzuteilen. Vielleicht überdenkt die dortige Landesregierung dann mal ihre ausgeprochen schwachsinnige Personalpolitik. Dabei ist mir im Grunde wurscht, von welchem Bundesland wir reden, die nehmen sich da alle nichts. Mein Lieblingsbundesland ist allerdings derzeit RLP, die 2000 Polizisten einsparen wollen, aber zwei neue Ministerien eröffnen. Danach kann man dann wohl 60 Minuten warten. Aber Hauptsache, der Verwaltungswasserkopf wurde mal wieder vergrößert.

      Auch der Bundesinnenminister ist eine gute Adresse, denn bei der Bundespolizei sieht es personell nicht besser aus. Hinzu kommt, dass Fahrten mit dem Streifenwagen rationalisiert wurden (was sich nicht die Polizisten selbst ausgedacht haben), insofern sind die Chancen gut, dass die ab Herbst nicht nur mit 45 Minuten Verspätung, sondern gar nicht mehr am Einsatzort ankommen.

      Aber die Polizisten auf der Straße, die können wirklich nicht das Geringste dafür. Also bitte die nicht auch noch ankacken, wenn sie dann mit hängender Zunge ankommen, ja? Die geben ihr bestes, und haben es wirklich nicht verdient, ständig den Unmut über Dinge ausbaden zu müssen, die sie nicht verbrochen haben.

      Vielen Dank!

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  2. Hans-Gerd Birkholz sagte:

    Ich kann da nur voll und ganz zustimmen!
    Auf dem „Land“ dauert es in der Regel länger, aber auch hier wird mit Sicherheit der banale Einsatz abgebrochen, wenn es um bedrohliche Dinge geht!
    In der Stadt ist es nicht anders! Es werden hier Prioritäten gesetzt!
    Das heisst, je nach Dringlichkeit werden die Einsätze abgearbeitet!
    Bei einer Ruhestörung, einfachen KV, Einbruch- kein Täter mehr vor Ort-, muss man gegebenenfalls längere Wartezeiten in Kauf nehmen.
    Doch bei einem akuten Notfall werden die PB mit Sicherheit alles stehen und liegen lassen um möglichst schnell am Ort zu sein!
    Bezügl. des Blaulichts um aufs Klo zu kommen: Weisst du, ob es so gewesen ist?

    Es gibt Ausnahmen, doch jeder setzt sich der Gefahr aus, aufgrund seines Verhaltens eventuell ein schädigendes Ereignis herbeigeführt zu haben ( sehr geschwollen ausgedrückt)
    und muss sich dafür auch später verantworten!
    Ich würde solch ein Risiko nicht eingehen!

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  3. scotfree sagte:

    Man wooow…Du musst ja Schlechtes erfahren haben…Oder wie sonst kann man so schreiben?

    Hast Du Beweise für Deine Behauptung, dass die Polizei mit Blaulicht und Sirene auf`s Klo fährt?
    Also ich sehe die Streifenwagen immer mit Blaulicht und Sirene aus dem Revier-Hof fahren und nie rein…
    Und was das lange Warten angeht…Auf dem Lande müssen die Beamten leider oftmals viele, viele, viele Kilometer zurücklegen und das teilweise bei hohem Verkehrsaufkommen.

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