Lübeck (Schleswig-Holstein): Fährgebühren für Einsatzfahrzeuge?

Empörung bei der Polizei: Der Stadtverkehr Lübeck will künftig für den Transport von Einsatzfahrzeugen mit der Travemünder Priwall-Fähre kassieren.

„Es gilt der Gleichheitsgrundsatz – und nach diesem muss jeder für die Überfahrt bezahlen“, sagt Gerlinde Zielke vom Stadtverkehr Lübeck.

Quelle und mehr:

http://www.ln-online.de/lokales/luebeck/3231761/streifenfahrt-zum-priwall-polizei-soll-fuer-faehre-zahlen?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

Mal ganz ehrlich, gute Frau – das hat mit dem Gleichheitsgrundsatz in etwa so viel zu tun, wie wenn mein Hund das Wahlrecht beantragt. Diese Einsatzfahrzeuge mit dem lustigen Blaulicht obendrauf werden nämlich nicht zum Privatvergnügen der Fahrer durch die Gegend kutschiert. Und auch wenn die Leute darin mit ihrem ausgeübten Beruf ihr Geld verdienen, dann ist das immer noch nicht das Gleiche wie ein Mensch, der mit seinem Privatwagen zur Arbeit fährt. Diese Leute sind nämlich im Auftrag der Allgemeinheit unterwegs. Ermittlungen und so weiter.

Ich bin ja durchaus betriebswirtschaftlichem Denken nicht abgeneigt, aber man sollte doch bitte seine Gewinnerzielungsabsicht nicht mit dem Grundgesetz begründen, sonst komme ich mit der unantastbaren Würde der Menschen rüber, die dadurch verloren geht, dass die Polizei sich ein, zwei Ermittlungen weniger leisten kann, weil sie Geld an eine Fährgesellschaft berappen muss. Und die steht im Grundgesetz deutlich vor dem Gleichheitsgrundsatz.

Und wenn wir schon das Grundgesetz bemühen: Eigentum berechtigt nicht nur, Eigentum verpflichtet auch. Insofern wäre dieses Unternehmen gut beraten, seine Verpflichtungen gegenüber der früher oder später auf sämtliche Blaulichter angewiesenen Allgemeinheit nicht zu vergessen.

Und ein guter Marketinggag wäre es auch noch.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.