Update: 15 verletzte Polizeibeamte bei Drittligaspiel in Osnabrück – Zeugenaufruf

Die Meldungen in den letzten Tagen waren ja etwas widersprüchlich und die Anzahl der tatsächlich verletzten Polizeibeamten variierte zwischen 9 und 23. Also bin ich heute mal an die Quelle gegangen und habe mir die Pressemitteilungen der Polizei Osnabrück zu Gemüte geführt (leider eine der wenigen Dienststellen, deren Pressemitteilungen ich nicht abonnieren kann…)

Pressemitteilung vom 10.09.2011:

„Im Rahmen des Fußballspiels VfL Osnabrück – Preußen Münster sind 23 Personen verletzt worden. Bereits vor Spielbeginn warfen Osnabrücker Fußballfans Feuerwerkskörper auf Polizeibeamte. 29 Personen wurden von der Polizei daraufhin festgenommen. Gegen sie leitete die Polizei ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs ein. Zu Beginn des Spiels warfen dann Unbekannte aus dem Block der Fans von Preußen Münster einen pyrotechnischen Gegenstand in den Spielertunnel. Durch die daraufhin erfolgte Explosion wurden 23 Personen verletzt. Darunter befanden sich elf Polizeibeamte, von denen wiederum fünf schwer verletzt wurden. Neben einem Knalltrauma  erlitten die Schwerverletzten auch Brandverletzungen. Ein Beamter mit Verletzungen im Bauchbereich und an den Beinen muss stationär im Krankenhaus verbleiben. Nach dem Spiel gab es noch einzelne Scharmützel mit Münsteraner Fans, insbesondere im Bereich der Tannenburgstraße. Die Polizei, die mit mehreren hundert Beamten im Einsatz war, verzeichnete insgesamt 35 Festnahmen. Gegen 18.00 Uhr wurden die mit richterlichem Beschluss im Polizeigewahrsam befindlichen VfL-Fans frei gelassen. Die Ermittlungen zu allen Straftaten dauern an.

Stand vom 11.09.2011:

Durch den unbekannten  pyrotechnischen Gegenstand wurde insgesamt 28 Personen, darunter 15 Polizisten verletzt.

Die fünf schwer verletzten Beamten erlitten neben einem Knalltrauma Schnitt- bzw. Brandverletzungen. Der am schwersten verletzte Beamte musste noch operiert werden und ist am Sonntagmittag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Polizeiinspektion Osnabrück ermittelt wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion.“

 

Pressemitteilung vom 15.09.2011:

Zwölfköpfige Ermittlungsgruppe anlässlich Sprengstoffexplosion

Eine zwölfköpfige Ermittlungsgruppe arbeitet an der Aufklärung der Sprengstoffexplosion durch die beim Fußballspiel VfL Osnabrück – Preußen Münster insgesamt 29 Personen verletzt wurden. Der strafrechtliche Vorwurf lautet Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion. Auch die Polizei aus Münster ist mit zwei Beamten an der Aufklärung der schweren Straftat beteiligt.

Viele Spuren und Hinweise werden in kriminalistischer Kleinarbeit ausgewertet und überprüft. Dabei sichten die Polizisten umfangreiches Videomaterial. Es konnte bereits definitiv festgestellt werden, dass der Sprengkörper aus dem Block der Preußen Münster Fans geworfen wurde.  Die Ermittler vernehmen derzeit außerdem zahlreiche Zeugen, die sich bereits bei der Polizei in Osnabrück oder Münster gemeldet haben.

Einzelteile des Sprengkörpers wurden sichergestellt. Die Untersuchung dieses Materials soll Hinweise auf die Herkunft und Beschaffenheit des Gegenstandes ergeben. Auch die beiden Fußballvereine haben höchstes Interesse an der Aufklärung der Straftat.  Für Hinweise, die zur Ergreifung der Straftäter führen, haben sie zusammen 5.000,- Euro ausgelobt.

Die Genesung der Verletzten schreitet unterschiedlich voran. Neun Polizeibeamte sind derzeit doch dienstunfähig. Bei mehreren dieser Kollegen ist bislang keine wesentliche Besserung eingetreten. Zudem befindet sich eine Polizistin seit Mittwoch wieder im Krankenhaus.

Trotz der Erfolg versprechenden und guten Ermittlungsansätze sucht die Polizei noch weitere Zeugen. Sie fragt: Wer kann Angaben zu dem Sprengkörper machen? Wer weiß, wie der Gegenstand ins Stadion gekommen ist? Wer hat beobachtet, wer den Sprengkörper geworfen hat? Ist ein derartiger Sprengkörper bereits bei anderen Spielen geworfen worden? 

Bereits vor dem Spiel sind außerhalb des Stadions Knallkörper geworfen worden. Wer kann dazu Angaben machen?

Hinweise werden unter den Tel.-Nr.: 0541/3273911 oder 3272115 entgegen genommen.“

Ich wünsche den betroffenen Polizeibeamten gute Besserung!

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.