Osnabrück (Niedersachsen): Bewährungsstrafe für Angriff auf Polizisten

„Die Staatsanwaltschaft forderte eine einjährige Jugendstrafe, die Verteidigung plädierte lediglich auf Arbeitsstunden: Ganz unterschiedlich werteten die Juristen die Vorgeschichte eines 19-jährigen Osnabrückers, der sich jetzt wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verantworten musste. Das Amtsgericht Osnabrück verhängte schließlich sieben Monate auf Bewährung.

Doch damit war die Vorgeschichte nicht aus der Welt. Die spielte auch deshalb eine Rolle, da bei dem 19-Jährigen trotz seiner Volljährigkeit das Jugendstrafrecht wegen sogenannter Reifeverzögerungen zur Anwendung kam. Eine der Besonderheiten: Es kann nicht nur eine Jugendstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden, sondern auch die grundsätzliche Verhängung einer solchen. Genau das war bei dem jungen Mann passiert, als er 2009 wegen diverser Straftaten wie Diebstahl und Körperverletzung vor Gericht stand.“

Quelle und mehr:

http://www.noz.de/lokales/57329842/polizisten-gegen-den-hals-geschlagen

Na, zuschlagen konnte er jedenfalls wie ein Erwachsener.

5 Kommentare
  1. friederike sagte:

    Wie oft darf sich eigentlich dieser Reifeverzögerte noch mit Diebstahl und Körperverletzung und Widerstand austoben, ohne dass er mal wirklich Sanktionen spürt? Da darf man gespannt sein, wann der nächste Beamte einen Tritt oder Schwereres von ihm kriegt.

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  2. Hans-Gerd Birkholz sagte:

    Ja,ja, man fragt sich manchmal wirklich, wie weit es noch gehen muss, bis wirklich mal was geschieht!
    Andererseits ist die Fragestellung: Wenn er aus den „Knast“ kommt, ist er dann geläutert oder hat er noch dazugelernt?l

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    • mgernhardt sagte:

      Vielleicht ist er nicht geläutert, aber ist der Sinn von Strafe wirklich nur, den Täter zu läutern? Man könnte es auch als Sinn von Strafe ansehen, den Opfern Genugtuung zu verschaffen. Und immerhin kann er in der Zeit, in der er im Knast sitzt, andere nicht verprügeln.

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  3. Hans-Gerd Birkholz sagte:

    Dein erster Satz ist gut. Beim zweiten hab ich da meine Zweifel!
    Natürlich wird ihm dann alles gestrichen, was er an Vergünstigungen hat, aber ich hab so meine „Pappenheimer“, bei denen hat der Knast offensichtlich nichts bewirkt!
    Sie sind nunmal nicht in der Lage einen Streit verbal auszufechten, sondern zeigen ihre Argumebte darin auf, dass sie zuschglagen, wenn sie nicht mehr wieterwissen

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    • mgernhardt sagte:

      „Dein erster Satz ist gut. Beim zweiten hab ich da meine Zweifel!“
      Darüber werden sich auch große Philosophen nicht einig. 😉
      Ich habe erst vor kurzem ein Buch gelesen, in dem sich ein französischer Philosoph mit dem Sinn von Strafe befasst hat. Dieser hat sich in der Tat über die Zeit stark verändert. Ursprünglich war es reine Rache, deswegen wurde bspw. ein Königs- oder Vatermörder (das war als Verbrechen etwa gleichrangig angesehen) auch vor seiner endgültigen Hinrichtung ausgiebig gefoltert, damit er etwas davon hatte. Da ging es ausschließlich um die Genugtuung der Opfer. Gewandelt hat sich das erst später und es ist überhaupt nicht klar, was aktuell der Sinn von Strafe ist. Es gibt da keinen gesellschaftlichen Konsens. Insofern können wir da jetzt ausgiebig drüber diskutieren.

      Ich verstehe allerdings im Moment nicht so ganz, was alle Sätze ab Deinem dritten mit meinem zweiten Satz zu tun haben. Ich sprach davon, dass es für das Opfer Genugtuung sein kann, dass der Täter überhaupt hinter Gitter kommt. Frau Heisig schrieb in ihrem Buch von Opfern von Straftaten, die sich in einem laxen Prozess, in dem der Täter freikam, ein weiteres Mal zum Opfer gemacht fühlten. Ich denke nicht, dass ein Opfer daraus seine Genugtuung zieht, ob im Knast selbst Vergünstungen gestrichen werden oder auch nicht. Die meisten Menschen, die nicht in der JVA oder bei Euch arbeiten, haben doch gar keine Ahnung, was da genau abgeht. Denen reicht es doch, dass die einfach mal eine Zeit lang gesiebte Luft atmen, die ihnen das angetan haben. Dem Opfer einer Straftat ist es vermutlich ziemlich hupe, ob der Knast beim Täter etwas bewirkt oder nicht. Hauptsache, er sitzt mal drin.

      Ob der nun geläutert ist oder nicht sollte jene interessieren, die Strafe lediglich als Mittel zur Besserung des Delinquenten sehen. Aber nicht die Opfer, die nur Genugtuung wollen.

      Das meinte ich mit meiner Äußerung.

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