Kassel (Hessen): Unter Stress kann man mal vergesslich werden…

Obwohl Geschwindigkeitsüberschreitungen im Straßenverkehr aufgrund der Gefährlichkeit grundsätzlich kein lustiges Thema sind, mussten dennoch die Polizeibeamten der Kasseler Verkehrsinspektion gestern über einen Einsatz im Nachhinein etwas schmunzeln.

Ihnen war auf der Nürnberger Straße vom Kreisel kommend in Richtung Fuldabrück mit ihrem Video-Fahrzeug am Dienstagmittag gegen 13:10 Uhr eine „Familienkutsche“ aufgefallen, die im 50-er Bereich mit 80 Stundenkilometern und im darauffolgenden 70-er Abschnitt mit 106 km/h. in der Spitze bewegt wurde. Hinter der Auffahrt zur A 49 stoppten die Polizisten das Fahrzeug. Am Steuer eine 42 Jahre alte Frau aus Fuldabrück, die ganz überrascht war, von der Polizei angehalten zu werden. Wie Polizeihauptkommissar Olaf Marzog berichtete, war die junge Frau offenbar arg unter Zeitdruck. Sie müsse schnell nach Hause, wollte eigentlich schon um 13 Uhr dort sein, zwei kleine Kinder warteten. „Dann bat sie uns freundlich, ob wir die weiteren Formalitäten nicht auch bei ihr zuhause klären könnten“, so Marzog. Dann müssten die Kinder nicht noch länger warten.

Für die Polizisten kein Problem. Sie willigten ein und sagten der Dame, dass sie vorfahren solle, man fahre hinter ihr her bis zur genannten Wohnanschrift in Bergshausen. Gesagt, getan. Was aber die Polizisten ein wenig überraschte war der Umstand, dass die Dame erneut kräftig aufs Gaspedal drückte und in einem auf 70 km/h beschränkten Bereich erneut mit 100 Stundenkilometern unterwegs war. Vor der Haustür angekommen fragten die Polizisten, was sie sich denn dabei gedacht habe, unter den Augen der Polizei erneut die Geschwindigkeit deutlich zu überschreiten. Dazu habe die Frau, die offenbar total im Familienstress steckte, nur bemerkt, dass sie so in Gedanken gewesen sei und darüber das Polizeiauto hinter ihr total vergessen habe.

Bei allem Verständnis der Polizisten, dass manchmal nicht alles unter einen Hut zu bekommen ist, wird die Autofahrerin für die Geschwindigkeitsüberschreitungen dennoch gerade stehen müssen. 80,- Euro Bußgeld und drei Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg erwarten sie.

Quelle: PM des PP Nordhessen vom 28.09.2011

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