Im Herbst wird es zum Prozess gegen den Münchner Polizisten kommen, der Theresa Z. geschlagen haben soll. Er wird wegen Körperverletzung im Amt angeklagt werden.
Theresa Z. ihrerseits wird wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Körperverletzung ein Verfahren erwarten.
Um Theresa Z. finanziell zu unterstützen (ein Verfahren ist teuer), wird Geld für sie gesammelt. Bis hierhin finde ich das durchaus legitim – warum soll man sich unter Freunden nicht helfen?
Allerdings hört mein persönliches Verständnis bei der Art auf, wie diese Sammelaktionen verkauft werden.
Ein Zitat aus dem Artikel:
„Unterstützt werden die Benefiz-Veranstaltungen von Amnesty International, der Initiative Transparente-Polizei.de, victim-veto.org sowie vom Trikont-Verlag. „Der Protest der DJs, Musiker und Künstler richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Polizei als solche, sondern lediglich gegen jene Beamte, die mit übertriebener Gewalt agieren“, so die Veranstalter.“
Und die wissen alle schon vor Prozessende, dass der fragliche Beamte hier übertrieben hat? Dieses Wissen bewundere ich ja in dieser Debatte schon länger. Woher kommt das? Aus der Kristallkugel? Wozu leistet man sich eigentlich noch teure Verfahren, wenn das alles schon im Vorfeld so furchtbar klar ist? *Sarkasmus Ende*
Mal wieder eine interessante Auffassung von Rechtsstaatlichkeit, die sich da offenbart.

Quelle und mehr:
Artikel in der Online-Ausgabe der tz vom 03.05.2013
http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/pruegelopfer-teresa-braucht-geld-prozess-2885002.html

3 Kommentare
  1. Claudia Pielmann sagte:

    Schade Schade ich war gerade dort . Habe mir die Aussage von diesem Polizisten anhören müssen. Er war gut vorbereitet…. aber nicht gut genug , da seine Gesten und Äusserungen für sich sprechen.
    Wo bin ich hier gelandet. Ich bin mit meinem Schild des Platzes verwiesen worden und kam mir sehr alleine vor.
    Ich habe keine Mahnwache gesehen. Wo waren sie ? Hatten Sie Angst oder war es ignoranz.

    Das geht hier den Bach ab. Übrigens Ich habe ein paar von der Wache erkannt und es waren keine guten Erinnerungen.

    Antworten
    • mgernhardt sagte:

      Um ehrich zu sein, verstehe ich Ihren Kommentar nicht so ganz. Wieso „mussten“ Sie sich die Äußerungen des Polizisten anhören. Ich dachte immer, in diesem Land seien Besuche in Gerichtssälen freiwillig. Oder waren Sie als Zeugin geladen?
      Von welchem Platz wurden Sie verwiesen? Von einem Zuschauerplatz im Gerichtssaal? Das legt den Schluss nahe, dass auf Ihrem Schild etwas draufstand, was dazu geeignet war, den Prozess zu stören. Es ist in Rechtsstaaten üblich, dass die Judikative ihre Urteile unabhängig von öffentlichem Druck trifft und dies ausschließlich auf Basis der Gesetze und der erhobenen Beweise tut.

      Ja, die Mahnwachen in diesem Land vermisse ich auch sehr häufig. Immerhin gab es in 2012 im Schnitt 165 gewalttätige Übergriffe am Tag gegen Polizeibeamte – da wäre sicherlich die eine oder andere Mahnwache vor Gericht angebracht gewesen.

      Antworten
      • mgernhardt sagte:

        Abschließend sei mir noch die Bemerkung erlaubt, dass jeder, aber auch jeder Angeklagte in einem Rechtsstaat das Recht hat, sich vorzubereiten. Auch daran kann ich nichts Verwerfliches erkennen.

        Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.