polizeistern-niedersachsenNach dem Fund einer Unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtung (USBV) auf dem Gelände der Bundespolizei in der Nacht zum 25.12.13 (wir berichteten) ist im Internet ein Selbstbezichtigungsschreiben einer bislang in Göttingen polizeilich nicht bekannten Gruppierung aufgetaucht. Es wird nach einer ersten Bewertung als authentisch betrachtet.

In der Veröffentlichung bekennt sich die Gruppierung „Flora und Fauna“ zu dem Anschlag in der Bahnhofsallee und zwei weiteren Taten vor dem Gebäude des Hauptzollamtes im Hagenweg und dem Verwaltungsgericht Göttingen.

Bei einer sofort eingeleiteten Absuche der beiden genannten Objekte entdeckten Beamten daraufhin Samstagnacht (28.12.13) im Eingangsbereich des Hauptzollamtes eine bauartgleiche, wiederum in einer handelsüblichen Plastiktüte verstaute USBV. Wie schon bei der Bundespolizei wurde der Sprengsatz nach derzeitigem Stand entzündet, zu einer Detonation kam es aber aus noch ungeklärten Gründen nicht.

Den dritten Brandsatz fanden Ermittler wenig später in einem Mülleimer in einer Grünanlage in der Nähe des Verwaltungsgerichtes. Es wird angenommen, dass ein unbeteiligter Passant die Plastiktüte mit dem gefährlichen Inhalt an ihrem vermeintlichen Ablageort gefunden, aufgehoben und in dem Abfalleimer entsorgt hat. Dieser wichtige Zeuge wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Nach einer ersten Inaugenscheinnahme geht die Polizei davon aus, dass alle drei Brandsätze grundsätzlich funktionsfähig waren. Eine detaillierte kriminaltechnische Begutachtung der Sprengsätze wird im Landeskriminalamt Hannover erfolgen.

Aufgrund der bislang bekannten Gesamtumstände und hier insbesondere der gewählten Anschlagsziele, der speziellen Bauart der Brandsätze und des Inhaltes des veröffentlichten Selbstbezichtigungsschreibens besteht aus Sicht der Ermittler derzeit der begründete Verdacht, dass es sich bei den Anschlagsversuchen um eine politisch linksmotivierte Tat handeln könnte. Für die weiteren Ermittlungen wurde beim 4. Fachkommissariat eine spezielle Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Die Beamten grenzen den Ablagezeitpunkt der drei Sprengsätze und damit die vermeintlich geplanten Explosionen inzwischen auf die Mittagsstunden des 21.12.13 bis zum frühen Morgen des 22.12.13 ein. Zeugen, die innerhalb dieser Zeit auf dem Gelände der Bundespolizei, im Bereich des Hauptzollamtes, des Göttinger Verwaltungsgerichts oder im Umfeld der Objekte verdächtige Personen beobachtet haben oder sonst sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter Telefon 0551/491-1013 bei der Polizei Göttingen zu melden.

„Die Polizei Göttingen hat Ermittlungsverfahren u.a. wegen versuchtem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion eingeleitet. Wie schon beim Brandanschlag auf das Göttinger Gerichtsgebäude vor zwei Jahren haben die Täter auch in diesem Fall aus unserer Sicht neben Sachschäden auch schwere Verletzungen Unbeteiligter billigend in Kauf genommen. Das es dazu nicht gekommen ist, ist allein dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass keiner der Sprengsätze explodiert ist“, so Kriminaldirektor Volker Warnecke, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes.

Quelle: PM der PI Göttingen vom 30.12.2013

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