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Weil er in „Schlangenlinien“ fuhr, kontrollierten Beamte der Polizeiinspektion Wolfratshausen am Abend des Samstag, 2. September 2017, einen Autofahrer in Münsing. Wegen des Verdachts einer Alkoholisierung war die Durchführung einer Blutentnahme gegen den Willen des Mannes erforderlich. Vorwürfe, die gegen die eingesetzten Beamten erhoben wurden, werden auf Ersuchen des  Polizeipräsidiums durch die interne Ermittlungsstelle beim Bayerischen Landeskriminalamt überprüft.         

Der Fahrer eines Kleinwagens war einer Streifenwagenbesatzung am Abend des 2. September auf einer Bundesstraße aufgefallen, weil er in Schlangenlinien gefahren war, dabei mehrfach auf gerader Strecke die rechte Fahrbahnmarkierung überfahren hatte und auf das Bankett geraten war. Bei der anschließenden Anhaltung in Münsing reagierte der 57-jährige Fahrer unwirsch und ungehalten. Aufgrund leichten Alkoholgeruchs im Kleinwagen wurde dem 57-Jährigen ein freiwilliger Alkotest angeboten, den der Fahrer kategorisch ablehnte. Eine Staatsanwältin ordnete daraufhin die Entnahme einer Blutprobe bei dem Autofahrer an. Nach vorheriger Androhung musste der Mann mit unmittelbaren Zwang in das Dienstfahrzeug verbracht und auch die Blutentnahme im Krankenhaus gegen seinen Willen durchgeführt werden, da er sich auch dieser widersetzte. Die Ergebnisse der Blutuntersuchung liegen derzeit noch nicht vor. Der Führerschein des 57-Jährigen wurde beschlagnahmt.

Bereits bei der Kontrolle bezichtigte der Münsinger die beiden Polizisten „selbst besoffen zu sein“. Um diesen Vorwurf auszuräumen, wurden Beamte des Kriminaldauerdienstes hinzugerufen. Beide Polizeibeamte führten Alkotests durch, die 0,0 Promille ergaben. Angehörige des Autofahrers und ein Bekannter, die er telefonisch informiert hatte, trafen am Kontrollort ein, filmten fortan das Handeln der Polizisten und mischten sich vehement in die Abläufe ein. Es kam zu weiteren Vorwürfen gegen die Polizeibeamten – zu guter Letzt war auch der Geldbeutel des Münsingers unauffindbar.

Auch wenn derzeit keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten der beteiligten Polizeibeamten vorliegen, hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd entschieden, die erhobenen Vorwürfe von neutraler Seite überprüfen zu lassen. Der Sachverhalt wird hierzu an die interne Ermittlungsstelle beim Bayerischen Landeskriminalamt abgegeben.

Gegen den 57-Jährigen wurden Strafanzeigen wegen des Verdachts der Trunkenheitsfahrt, Körperverletzung, Widerstandes gegen die Polizeibeamten und falscher Verdächtigung erstattet.

PM des PP Oberbayern Süd vom 05.09.2017

1 Antwort
  1. friederike sagte:

    Da denken wohl immer noch einige, dass Angriff die beste Verteidigung ist. Hoffentlich läuft sich diese Taktik wegen zu häufigen Gebrauches tot.

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