Der Polizei Gütersloh wurde bekannt, dass Bürgerinnen und Bürger im Kreis Gütersloh wieder einmal „Einladungen“ erhalten hatten, in der den Teilnehmern Wertgeschenke, eine kostenlose Tombola mit Sofortgewinnen sowie weitere verlockende Vorteile versprochen wurden. Diesmal sollte es ein „Tagesausflug nach Münster mit Stadtrundfahrt und Schifffahrt“ werden.

Die Polizei Gütersloh warnte bereits in der Vergangenheit immer wieder vor einer Teilnahme an einer sogenannten „Kaffeefahrt“.

Am Montag, 09.09., fand daher eine gemeinsame Kontrolle von Kriminalbeamten des Bereiches Kriminalprävention sowie des Verkehrsdienstes der Polizei Gütersloh und Mitarbeitern des Ordnungsamtes Gütersloh am ZOB Gütersloh, einem der angegebenen Haltepunkte, statt.

Der Bus aus Cloppenburg traf gegen 08.20 Uhr ein und hatte bereits fünf Senioren aus Verl und Brackwede an Board. Zwei weitere Senioren aus Gütersloh sollten am ZOB zusteigen.

Bei der Kontrolle bestätigte sich der Verdacht einer höchst unseriösen Verkaufsfahrt: Der selbstständige Busfahrer und -unternehmer gab gegenüber der Polizei zunächst an, den Auftrag mündlich angenommen und einen Pauschalpreis vereinbart zu haben. Er kenne zwar den Auftraggeber; ein schweizer Unternehmen. Es gebe aber weder einen schriftlichen Vertrag, noch konnte ein Ansprechpartner oder eine Telefonnummer benannt werden.

Wie sich weiterhin herausstellte war der tatsächliche Zielort der „Kaffeefahrt“ ein ganz anderer und sollte die Teilnehmer in die Gemeinde Nottuln, in den Kreis Coesfeld führen. Hier sollte es zu einer nicht ordnungsgemäß angemeldeten Verkaufsveranstaltung kommen.

Daraufhin nahm die Polizei noch vor Ort die Ermittlungen, zunächst gegen den Busunternehmer, wegen des Anfangsverdachtes der Steuerverkürzung auf.

Auch bei der Verkehrskontrolle des Busses wurden die Polizisten fündig. Ergebnis: Neben der Strafanzeige wegen Steuerverkürzung wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen mehrerer Verstöße aufgenommen. Hier war der Busfahrer nicht einmal im Besitz eines gültigen Personenbeförderungsscheines und hätte daher auf keinen Fall Fahrgäste transportieren dürfen. Für den Tag bedeutete dies, dass die weitere Personenbeförderung untersagt werden musste. Die bereits transportierten Teilnehmer traten die Heimreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln an.

Das für die Veranstaltung zuständige Ordnungsamt in der Gemeinde Nottuln wurde ebenfalls informiert und wird voraussichtlich eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Gewerbeordnung gegen den Veranstalter einleiten.

Marco Hein vom Kommissariat für Kriminalprävention warnt: „Die Teilnahme an einer Kaffeefahrt stellt häufig ein Risiko da. Der Zielort ist vorher nicht bekannt. Im schlimmsten Fall führt die Fahrt Sie ins Ausland. Außerdem zeigt die polizeiliche Erfahrung immer wieder, dass der oftmals schlechte technische Zustand der Busse sowie übermüdete Busfahrer ein Unfallrisiko darstellen! Grund dafür ist, dass die meisten seriösen Busunternehmer keine Kaffeefahrtenaufträge annehmen.“

Das Ordnungsamt Gütersloh und die Polizei Gütersloh werden auch in Zukunft konsequent gegen unseriöse Anbieter von Kaffeefahrten vorgehen um die Bürger im Kreis Gütersloh zu schützen.

PM der POL Gütersloh vom 10.09.2019

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