Die Täter zogen alle Register, um ihre Opfer in Sicherheit zu wiegen: Sogar eine vermeintliche E-Mail der Staatsanwaltschaft ließen sie einem älteren Ehepaar in Bocholt zukommen. Doch diese stammte nicht von einer amtlichen Stelle, sondern aus der Hand von Kriminellen: Mit der Masche des „Falschen Polzisten“ ist es in den vergangenen Tagen Unbekannten gelungen, einen Bocholter und seine Frau zur Herausgabe von Wertsachen zu bewegen. Den Eheleuten entstand ein finanzieller Schaden in mittlerer fünfstelliger Höhe.

Die Täter operierten mit der Vorgehensweise, die für diese Form des Betrugs typisch ist: Sie tischten den Opfern die frei erfundene Geschichte von der Liste mit Namen auf, die die Polizei angeblich bei einem Einbrecher gefunden habe – darunter der der Angerufenen. Der vermeintliche Kripobeamte gab sich derart überzeugend, dass es in der Folge zu mehreren telefonischen Kontakten kam – am Ende brachten die Betrüger die Betroffenen dazu, eine Tasche mit Wertsachen zu packen und diese an einer bestimmten Stelle zu deponieren. Dort holten Unbekannte diese ab. Die Polizei bittet um Hinweise an die Kripo in Borken: Tel. (02861) 9000.

Dieses Beispiel zeigt, dass die Täter psychologisch geschickt vorgehen: Sie bauen bedrohliche Szenarien auf und unterfüttern diese mit vermeintlich glaubwürdigen Informationen. Das Phänomen stellt die Polizei vor ganz besondere Herausforderungen: So kam es in der zweiten Januarwoche 2020 kam es allein in der Stadt Bocholt und vereinzelt auch in Rhede zu mehr als 160 solcher telefonischen Betrugsversuche, die polizeilich bekannt geworden sind. Darüber hinaus gab es noch etliche weitere derartige Fälle im übrigen Kreis Borken. Die Täter agieren von Callcentern aus, die bekanntlich aus im Ausland sitzen wie beispielweise in der Türkei. In Heuschreckenmanier telefonieren sie ganze Städte und Gemeinden ab. Ihre Opfer glauben schließlich, Wertsachen oder Bargeld bei den Tätern in Sicherheit zu bringen.

Das Gegenteil ist der Fall! Die Polizei erneuert deshalb ihre Warnung: Wer einen derartigen Anruf erhält, sollte keine persönlichen Daten preisgeben und ebenso wenig über seine Vermögensverhältnisse Auskunft geben. Die Polizei erfragt derartige Informationen niemals per Telefongespräch. Auch wenn im Display des Telefons die „110“ erscheinen sollte, handelt sich keinesfalls um einen Anruf der Polizei. Die Betrüger nutzen technische Möglichkeiten, um damit eben dies vorzutäuschen. Wer von einem vermeintlichen Polizeibeamten angerufen wird, sollte sich den Namen notieren, das Gespräch beenden und selbst die 110 wählen – aber keinesfalls die Rückruftaste nutzen!

PM der KPB Borken vom 16.01.2020

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.