In der Corona-Krise ändert sich das Einsatzgeschehen für die Polizei. Kriminalität und Verkehrsunfälle sind rückläufig. Dafür müssen Polizisten häufiger wegen untersagter Personenansammlungen einschreiten. Seit Inkrafttreten der Coronaschutzverordnung am Montag fielen bis Freitagmittag knapp 90 Polizeieinsätze mit Bezug auf die Pandemie im Kreis Paderborn an. Bereits am Mittwoch erschien dazu ein Polizeibericht mit einer ersten Bilanz (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/55625/4556607).

Nach wie vor am häufigsten müssen die Polizistinnen und Polizisten wegen „Zusammenkünften und Ansammlungen in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen“ tätig werden. Oft handelt es sich dabei um Jugendliche oder Heranwachsende. Nicht alle zeigen sich einsichtig und verstoßen wiederholt gegen die Kontaktverbote. Das hat zur Folge, dass die im Corona-Bußgeldkatalog vorgesehenen Bußgelder verdoppelt werden. Anstatt 200 Euro sind dann 400 Euro fällig. Insgesamt haben die Einsatzkräfte der Polizei im Kreis Paderborn seit Montag rund 50 Bußgeldverfahren eingeleitet und 80 Platzverweise ausgesprochen.

In einigen Fällen stehen die Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung im Zusammenhang mit Straftaten, wie zwei Sachverhalte vom Donnerstag zeigen:

Gegen 09.30 Uhr meldete eine Zeugin ein Gruppe Heranwachsender auf einem Parkplatz an der Aldegrever Straße in Paderborn. Die vier Personen setzten sich auf einen Mercedes und einer aus der Gruppe brach den Mercedestern ab. Dann entfernten sich die Personen. Die Zeugin verständigte die Polizei und gab Personenbeschreibungen durch. Eine Polizeistreife entdeckte die Tatverdächtigen auf der Riemekestraße. Es handelte sich um drei 18- und einen 19-Jährigen. Wegen des Verdachts der Sachbeschädigung erstattete die Polizei Strafanzeige. Zudem wurde gegen alle vier Männer ein Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen das Ansammlungsverbot laut Coronaschutzverordnung eingeleitet.

Laut Zeugenaussagen fuhr gegen 16.20 Uhr ein BMW in Borchen-Alfen auf der Tudorfer Straße in Richtung Oberntudorf. Der Wagen fuhr in Schlangenlinien und schwankte hin und her. Noch vor dem Abzweig Dorstenfeld überfuhr das Auto mit den rechten Rädern eine Verkehrsinsel am rechten Straßenrand und touchierte dann einen geparkten Renault-Transporter am Heck. Ohne anzuhalten fuhr der BMW in Schlangenlinien weiter. Ein Fußgänger auf dem Gehweg hatte Angst, von dem BMW erfasst zu werden. Das Auto stoppte kurz vor der Einmündung Dorstenfeld. Dort traf die alarmierte Polizeistreife auf die vier alkoholisierten Insassen des BMW, die das Auto bereits verlassen hatten. Die Beamten ermittelten, dass ein 31-Jähriger das Auto gefahren hatte. Der 24-jährige Beifahrer war leicht verletzt worden. Er hatte Teile des Außenspiegels an den Kopf bekommen, als der BMW den Transporter gerammt hatte. Zwei weitere Männer (21/24) hatten im Fond gesessen. Der Fahrer musste mit zur Blutprobe. Seinen Führerschein stellte die Polizei sicher. Gegen ihn läuft jetzt ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung, Trunkenheit im Verkehr und Verdacht der Fahrerflucht. Zudem wurden gegen ihn sowie seine Begleiter Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung eingeleitet.

Um begehrte Beute handelt es sich in diesem Fall: An der Halberstäder Straße in Paderborn zeigte ein Firmeninhaber gegen 13.50 Uhr den Diebstahl von Diesel aus Firmenfahrzeugen an. Darüber hinaus habe bereits am Dienstag ein unbekannter Dieb einen Kanister mit Desinfektionsmittel gestohlen. Der Dieb sei von einem Mitarbeiter erwischt worden und sei geflüchtet. Den Kanister habe er auf der Flucht fallen lassen, so der Firmeninhaber. Die Polizei hat Strafanzeigen wegen Diebstahls und versuchten Diebstahls aufgenommen.

Die Polizei appelliert an die Bevölkerung: „Halten Sie sich an die Bestimmungen der Coronaschutzverordnung. Im Sinne des Infektionsschutzes sind insbesondere Ansammlungen zu vermeiden. Wir haben auch alle anderen Verstöße im Blick und werden konsequent einschreiten. Tragen Sie mit Ihrem Verhalten jederzeit dazu bei, die Corona-Pandemie einzudämmen.“

PM der KPB Paderborn vom 27.03.2020

Ein 16 Jahre alter somalischer Staatsangehöriger wurde gestern Nachmittag erwischt, als er einen ICE von Frankfurt/Main nach Erfurt ohne gültigen Fahrschein nutzte.

Bei der Kontrolle verweigerte er den Kauf einer Fahrkarte und hustete in aggressiver Weise dem Zugbegleiter mehrfach ins Gesicht. Kurz darauf flüchtete er in einen anderen Waggon.

Der Zugbegleiter verschloss die Türen des ansonsten leeren Waggons und verständigte telefonisch die Bundespolizei vom Vorfall. Im weiteren Verlauf beschädigte der Somali mehrere Scheiben des Zuges. Beim Halt des Zuges in Eisenach nahmen zunächst Landespolizisten den 16-Jährigen in Gewahrsam und übergaben diesen in der Folge an eine ebenfalls vor Ort gekommene Streife der Bundespolizei. Ein alarmierter Notarzt konnte eine Infizierung des Somali mit dem Coronavirus ausschließen.

Bei der Überprüfung seiner Personalien kam heraus, dass der Somali zur Gewahrsamnahme ausgeschrieben war, weil er aus einem Wohnheim in Neustadt-Klewe abgängig war. Die Beamten nahmen den Jugendlichen mit zur Dienststelle der Bundespolizei in Erfurt und leiteten Strafverfahren wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Erschleichens von Leistungen ein.

Nach Abschluss der Polizeilichen Maßnahmen übergaben die Beamten den 16-Jährigen an das Jugendamt.

PM der BPOLI Erfurt vom 26.03.2020

Das LAFP NRW hat einen Polizeibeamten des Polizeipräsidiums Hamm aus zwingenden dienstlichen Gründen vorläufig des Dienstes enthoben.
Aufgrund von mehreren bekannt gewordenen Sachverhalten, die den dringenden Verdacht von Dienstpflichtverletzungen begründen, bestehen erhebliche Zweifel an der Eignung zur Ausübung des Polizeiberufs des betreffenden Polizeibeamten.
Darüber hinaus wurde im Zusammenhang mit einem der Sachverhalte ein Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft Dortmund wegen des Verdachtes der Volksverhetzung eingeleitet.
Das laufende Disziplinarverfahren wird beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP NRW) als höhere Disziplinarbehörde geführt. Auf der Grundlage des Landesdisziplinargesetzes ist das LAFP NRW höhere dienstvorgesetzte Stelle und führt die Aufsicht über die 47 Kreispolizeibehörden des Landes NRW in Disziplinarangelegenheiten.
„Wer rassistische, fremden- oder ausländerfeindliche Auffassungen vertritt oder sich zu eigen macht, hat in einer bürgerorientierten und konsequent der Demokratie und dem Rechtsstaat verpflichteten Polizei keinen Platz. Jede Polizeibeamtin und jeder Polizeibeamte ist per Eid verpflichtet, jederzeit für die Grundwerte unserer Verfassung zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes einzutreten. Daran darf es nie einen Zweifel geben“, erklärt der Direktor des LAFP NRW Michael Frücht.

Extremismus gleich welcher Form, Fremdenfeindlichkeit sowie Diskriminierungen werden in keiner Weise geduldet. Polizistinnen und Polizisten müssen über jeden Verdacht erhaben sein, extremistische Ideologien, fremdenfeindliche und diskriminierende Anschauungen zu vertreten oder zu dulden. Zuwiderhandlungen werden konsequent verfolgt und geahndet. Daher wird das Disziplinarverfahren gegen den Hammer Polizeibeamten mit dem Ziel der Entlassung betrieben.
Wir bitten um Verständnis, dass zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten der betroffenen Person sowie aufgrund der aktuell laufenden straf- und displinarrechtlichen Ermittlungen keine weiteren Auskünfte möglich sind.

PM der POL NRW/ Landesamt LAFP vom 23.03.2020

Vorfallszeit: 21.03.2020, 03:10 Uhr, 18:10 Uhr bzw. 21:20 Uhr
Vorfallsort: Wien-Neubau, Wien-Meidling bzw. Wien-Alsergrung
Sachverhalt:
21.03.2020, 18:10 Uhr, Bahnhof Meidling:
Eine 40-jährige Rumänin bespuckte einen 17- und einen 18-Jährigen am Bahnhof Meidling und behauptete, am Corona-Virus erkrankt zu sein. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde eine Festnahmeanordnung erteilt und die festgenommen. Nach erfolgter Testung in einem Krankenhaus wurde die 40-Jährige in eine Justizanstalt überstellt.
21.03.2020, 21:20 Uhr, U-Bahn-Station Währinger-Straße:
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in einer U-Bahn-Station Währinger Straße. Ein 48-jähriger Pole behauptete, am Corona-Virus erkrankt zu sein und spuckte einem 26-Jährigen ins Gesicht. Der 26-Jährige wehrte sich mit einem Schlag ins Gesicht des Tatverdächtigen. Die Angaben des mutmaßlichen Täters bezüglich einer Corona-Erkrankung erschienen unglaubwürdig. Nach erfolgter Testung wurde er auf freiem Fuß angezeigt.
21.03.2020, 03:10 Uhr, U-Bahn-Station Währinger-Straße:
Beamte der Polizeiinspektion Stiftgasse wurden wegen eines befürchteten Unfalls in einer Wohnung alarmiert, ein Mann dürfte beim Video-Chatten zusammengebrochen sein. Weil auch eine Covid-19-Erkrankung nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde ein besonders ausgerüstetes Kompetenzteam der Bereitschaftseinheit hinzugezogen. Nach Wohnungsöffnung durch die Berufsfeuerwehr Wien fanden die Beamten einen stark alkoholisierten 28-Jährigen vor, der behauptete, am Corona-Virus erkrankt zu sein. Die Angaben schienen nicht glaubwürdig und bei den Einsatzkräften entstand der Eindruck, dass es sich um einen „Scherz“ handeln könnte. Die zuständige Gesundheitsbehörde (MA15) wurde zwecks möglicher weiterer Maßnahmen in Kenntnis gesetzt.
Appell an die Öffentlichkeit:
Die Wiener Polizei weist die Bevölkerung eindringlich darauf hin, dass jegliches Vortäuschen oder das wissentlich falsche Behaupten einer ansteckenden Krankheit strafbar ist und strafrechtliche Anzeigen nach sich zieht. Gerade in fordernden Zeiten ist es umso wichtiger, das eigene Handeln diesbezüglich zu überdenken und ein dem Ernst der Lage entsprechendes Verantwortungsbewusstsein an den Tag zu legen.

PA der LPD Wien vom 22.03.2020

„Grundsätzlich zufrieden“, ist die Antwort aus allen Bereichen des Polizeipräsidiums Mainz, wenn nach der Einhaltung der am Freitag verkündeten verschärften Regelungen gefragt wird.

Das Dienstgebiet des PP Mainz, zu dem die Polizeiinspektionen in Kirn, Bad Kreuznach, Bingen, Alzey mit Wörrstadt, Worms, Ingelheim, Oppenheim und der Stadt Mainz, sowie die Polizeiautobahnstationen Heidesheim und Gau-Bickelheim gehören, umfasst ca. 2.500 Quadratkilometer und beherbergt über 800.000 Menschen. Über 1.500 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten gewährleisten die öffentliche Sicherheit. Zurzeit geschieht dies in engster Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Ordnungsbehörden der Städte und Gemeinden. Gemeinsame Aufgabe ist es, die Regelungen der Allgemeinverfügungen der Behörden zur Reduzierung der sozialen Kontakte, sinnvoll und zielgerichtet, zu überwachen.

Nachdem am letzten Mittwoch, 18.03.2020, in der Bevölkerung die ersten Maßnahmen noch nicht umgesetzt worden sind und sich in großen Gruppen auf öffentlichen Wegen und Plätzen getroffen wurde, bestreifte die Polizei ab donnerstags den öffentlichen Raum und wies per Lautsprecherdurchsagen auf diese Regelungen hin.
Da dies nicht die gewünschte Verhaltensänderung in der Bevölkerung zeigte, verkündete die Landesregierung am Freitagnachmittag die Verschärfung der Maßnahmen, mit deutlich weitreichenderen Einschränkungen.

Die Polizei überwachte auch diese konsequent und konnte bereits ab Samstagmorgen eine Verhaltensänderung bei vielen Menschen erkennen. An Supermärkten bildeten sich lange Schlangen, weil die Menschen Abstand zueinander hielten. Konflikte hielten sich, bis auf wenige Streitereien in Grenzen. Bis Sonntagmorgen wurden für den gesamten Bereich des PP Mainz nur zwei Ruhestörungen wegen Feierns im Freien und vier Auflösungen von Kleingruppen (unter 10 Personen) gemeldet. Die Polizei ist hier jeweils für die Ordnungsbehörden tätig geworden. Im öffentlichen Raum bewegten sich ansonsten fast nur Einzelpersonen oder Paare.
Ein herausragender Fall ereignete sich auf der L422 bei Heidesheim. Dort wurde in der Nacht auf Sonntag, im Waldbereich, ein stark alkoholisierter (2,5
Promille) Fußgänger angetroffen. Wegen seiner dunklen Kleidung war er kaum zu erkennen. Zur Verhinderung eines Unfalls wurde er aus dem Gefahrenbereich gebracht. Hierzu mussten sowohl er, als auch die Einsatzkräfte Schutzmasken und Handschuhe anlegen. Die Kosten hierzu wird der Verantwortliche tragen. Viel gravierender ist jedoch der Verbrauch der Schutzausstattung, die zurzeit stark rationiert ist.

Allgemein bemerkt das Polizeipräsidium Mainz einen starken Rückgang bei Verkehrsunfällen. Hier kann im Vergleich zum letzten Jahr ein Rückgang von mehr als einem Drittel festgestellt werden. Statistisch lässt sich dies noch nicht konkretisieren, da auch andere Faktoren, wie z.B. Wetter und Urlaub (Fastnacht war letztes Jahr später) hineinwirken könnten.

Bei sonstigen Einsatzanlässen ist ebenfalls ein leichter Rückgang von ca. 10 % zu verspüren. Dies lässt sich aber sehr einfach an dem reduzierten öffentlichen Leben festmachen. Auch hier kann noch nicht konkretisiert werden.

Erste Meldungen aus den Dienststellen, wonach es zu mehr Streitigkeiten in engen sozialen Beziehungen (Familien, Paare) kommen soll, gibt es bereits auch. Ob hier ein Trend erkennbar ist, lässt sich jedoch noch nicht sagen.

Die Polizei appelliert jedoch grundsätzlich an alle Menschen die gerade jetzt auf engem Raum viel Zeit miteinander verbringen: „Verschaffen Sie sich Freiräume, jeder für sich, wechseln Sie sich in der Kinderbetreuung ab, gehen sie auch einmal alleine vor die Tür, frische Luft hilft auch dabei Stress abzubauen und einen Lagerkoller zu vermeiden. Achten sie dabei selbstverständlich auf Abstand zu ihren Mitmenschen!“

Kontaktieren Sie uns, wir sind auch in dieser Zeit „Ihre Polizei“!

PM des PP Mainz vom 22.03.2020

Stadt und Polizei haben am Freitag, 20.03.2020, im Rahmen einer Pressekonferenz den eindringlichen Appell bekräftigt, Menschenansammlungen zur Minimierung der Ansteckungsgefahr im Zusammenhang mit dem Corona-Virus zu meiden. Seit diesem Wochenende wurde seitens der Stadt eine Allgemeinverfügung erlassen, die Menschenansammlungen über 4 Personen verbietet.

Einsatzkräfte des Ordnungsamtes der Stadt Dortmund und der Polizei haben am Samstag, 21.03.2020, bis in die heutigen Morgenstunden die Einhaltung dieses Ansammlungsverbots überwacht und kontrolliert.

Ein erstes Fazit der Polizei fällt durchaus positiv aus – die Appelle von Stadt und Polizei scheinen nachhaltig gewirkt zu haben und wirken weiterhin:

Trotz des guten Wetters am gestrigen Tag zählte die Polizei im Rahmen ihrer Kontrollen nur wenige Ansammlungen im öffentlichen Bereich. In den allermeisten Fällen konnten die Personengruppen durch Ansprache aufgelöst werden, die polizeilichen und städtischen Einsatzkräfte stießen größtenteils auf Verständnis und Betroffenheit.

Die Durchsetzung von Ansammlungsverboten in Dortmund gehört nicht unbedingt zum Alltag in der Polizeiarbeit und so kommentierte der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange diesen ersten Tag nach der behördlichen Verfügung so: „Ich bedanke mich ausdrücklich bei den Dortmunderinnen und Dortmundern für ihre Besonnenheit im Umgang mit den hohen Infektionsrisiken. Für uns war nicht absehbar, wie die Bürgerinnen und Bürger mit dieser Ausnahmesituation umgehen werden. Es scheint sich jedoch abzuzeichnen: Die Dortmunder haben verstanden, dass die Situation ernst ist und reagieren besonnen!“

Nur wenige Menschen zeigten sich gestern uneinsichtig, die Polizei erstattete in lediglich drei besonders hartnäckigen Fällen Strafanzeigen wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

Gregor Lange betont: „Selbstverständlich werden unsere polizeilichen Einsatzkräfte weiterhin die Einhaltung des Ansammlungsverbotes kontrollieren.
Auch der Polizei kommt eine Schlüsselrolle in dieser Ausnahmesituation zu, wenn es darum geht, Infektionsrisiken zu senken, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten und vor allen Dingen den Kranken und Schwachen in unserer Gesellschaft beizustehen.“

In diesem Zusammenhang lobt der Polizeipräsident den Einsatz seiner Polizistinnen und Polizisten: „Mein Dank gilt auch den Polizeibeamtinnen und -beamten, die trotz der Risiken und teilweise auch persönlicher Betroffenheit mit viel Engagement und Souveränität ihren Dienst für den Bürger leisten. Unsere Einsatzkräfte haben in den allermeisten Fällen Probleme kommunikativ lösen können. Das zeigt, wie groß das Vertrauen in die Polizei ist und macht zuversichtlich!“

Die Kontrollen bezüglich der Einhaltung des Ansammlungsverbotes werden fortgesetzt.

+++bitte unterbrechen Sie die Infektionskette+++

„Wir bleiben für Sie da! Bitte bleiben Sie zuhause!“

PM der POL Dortmund vom 22.03.2020

Einen schlechten Scherz leistete sich am Mittwoch ein 35-jähriger Deutscher in der Regionalbahn von Bullay nach Cochem. Erst hinterfragte er eine Fahrscheinkontrolle – er selbst hatte keinen – dann äußerte er mehrmals, er sei mit dem „Corona-Virus“ infiziert und auf dem Weg zu einer Schnelltest-Einrichtung.

Während der sofort eingeleiteten Maßnahmen – Verständigung Rettungswagen,
Bundes- und Landespolizei – beleidigte er den besorgten Zugbegleiter mit unflätigen Worten. Nach Ankunft des Zuges im Bahnhof Cochem wurden die Türen des Zuges zum Schutz der Reisenden bis zum Eintreffen der verständigten Kräfte für ca. 5-10 Minuten verschlossen. Diese Zeit nutze der uneinsichtige Mann, um über den Notruf die Meldung „er werde gegen seinen Willen im Zug festgehalten“
abzusetzen.

Schließlich äußerte er gegenüber der Streife der PI Cochem: „Es sei nur ein Scherz gewesen, er wäre gar nicht mit dem Corona-Virus infiziert.“

Durch dieses verantwortungslose und nicht zu rechtfertigende Verhalten in der dieser ohnehin schon schwierigen Zeit, wurden Einsatzkräfte von Bundes- und Landespolizei sowie Rettungskräfte unnötig gebunden. Reisende mussten unverschuldet Wartezeiten in Kauf nehmen; der Deutschen Bahn entstand ein erheblicher finanzieller Schaden durch Verspätung und Ausfall von Zügen.

Die Bundespolizei Trier hat ein Strafverfahren wegen Missbrauch von Notrufen, Beleidigung und Erschleichen von Leistungen eingeleitet. Neben den strafrechtlichen Folgen muss der Mann mit Schadensersatzforderungen der Deutschen Bahn rechnen.

PM der BPOLI Trier vom 20.02.2020

Über 70 Polizistinnen und Polizisten waren gestern Abend und heute Nacht in den Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und im Bodenseekreis unterwegs, um die Einhaltung der infektionsschützenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus zu überprüfen. Wie schon am Vortag, als die neue Verordnung der Landesregierung in Kraft trat, stellten die Beamtinnen und Beamten auch dieses Mal bei ihren nahezu 170 Kontrollen überwiegend ein diszipliniertes Verhalten der Bevölkerung fest. Ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger begegnet den angeordneten Einschränkungen mit Verständnis, aber vereinzelt sind manche nach wie vor wenig einsichtig.

Trotz der bisherigen eindeutigen Appelle, zuhause zu bleiben und sich keinesfalls in Gruppen zusammenzufinden, um eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen und damit letztlich Menschenleben zu schützen, trafen die Einsatzkräfte in den Städten und Gemeinden in Einzelfällen auf Erwachsene, die in Gaststätten zusammen an Tischen saßen oder Jugendliche bzw. Heranwachsende, die sich in Gruppen von teilweise über 20 Personen auf Bolz-, Spiel-, Skater- oder Sportplätzen sowie in Uferanlagen oder anderen Treffpunkten aufhielten.

In allen Fällen wurde den Angetroffenen noch einmal eindringlich die Lage verdeutlicht und insbesondere an die jungen Menschen appelliert, daran zu denken, dass jederzeit ihre Großeltern, Eltern, andere Familienangehörige, aber auch vorerkrankte Freunde/Freundinnen, aufgrund ihres unverantwortlichen Handelns die nächsten Opfer dieser Krankheit sein könnten. Der polizeilichen Aufforderung, nach Hause beziehungsweise zumindest auseinander zu gehen, kamen aber alle nach.

Die Polizei weist noch einmal dringend darauf hin, dass Verstöße gegen die Corona-Verordnung des Landes keine Bagatelldelikte darstellen und Zuwiderhandlungen nach dem Infektionsschutzgesetz strafbar sind. Dass in solchen Fällen auch Anzeigen folgen, musste ein Gastwirt gestern erfahren, der noch nach 19 Uhr geöffnet und damit die erlaubte Öffnungszeit um über eine Stunde überzogen hatte, um Gäste zu bewirten.

Unser Ziel ist es, durch einen flächendeckend hohen Kontrolldruck dafür zu sorgen, dass Menschenzusammenkünfte unterbleiben und die Leben rettenden Regeln der Corona-Verordnung beachtet werden, so Polizeichef Uwe Stürmer. Um einen weiteren exponentiellen Anstieg der Erkrankungen zu verhindern, wird das Polizeipräsidium auch in den kommenden Tagen mit verstärkten Kräften intensiv auf die Einhaltung der Vorschriften achten und Verstöße konsequent zur Anzeige bringen.

PM des PP Ravensburg vom 20.03.2020

Am Mittwoch gegen 07.45 Uhr kam es in einem Lebensmitteldiscounter zwischen zwei Angestellten des Marktes und einem 47-jährigen Kunden zu Streitigkeiten.

Nach bisherigen Ermittlungsstand war Toilettenpapier Auslöser der Meinungsverschiedenheiten. Offenbar wollte man mehrere Packungen des mittlerweile „begehrten Gutes“ einkaufen.

Der 47-Jährige soll zunächst eine Kassiererin und in der Folge einen weiteren Angestellten des Marktes beleidigt haben. Außerdem soll der 47-Jährige versucht haben den Angestellten mit der Faust zu schlagen. Es soll zu Handgreiflichkeiten gekommen sein. In dessen Verlauf soll der Angestellte des Marktes von einem weiteren, bislang unbekannten Kunden, mit dem Knie gegen die Stirn getreten worden sein.

Beim Eintreffen mehrerer Funkwagenbesatzungen hatte sich die Situation bereits beruhigt, der 47-Jährige lag am Boden und klagte über Schmerzen. Ein Rettungswagen war bereits von Angehörigen verständigt worden und brachte den Mann anschließend in ein nahegelegenes Krankenhaus.

Der Angestellte des Supermarktes wurde ebenfalls verletzt und wollte selbstständig einen Arzt aufsuchen.

Gegen 12 Uhr wurde die Polizei erneut verständigt, da offenbar mehrere Sympathisanten des 47-Jährigen am Discounter erschienen waren und die Angelegenheit mit dem Angestellten „klären“ wollten. Beim Eintreffen der Funkwagenbesatzungen, konnte keine Personen mehr festgestellt werden.

Die Ermittlungen u.a. wegen Beleidigung und Körperverletzung werden vom Polizeirevier Mannheim-Innenstadt geführt.

Zeugen des Vorfalls und oder Personen, die Hinweise auf den noch unbekannten männlichen Treter geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Mannheim-Innenstadt unter 0621 12580 zu melden.

PM des PP Mannheim vom 19.03.2020

Auch am Mittwoch, 18. März 2020, haben Polizeibeamte in mehreren Stadtteilen insgesamt vier Schließungen von Gastronomiebetrieben angeordnet. Zuvor hatten die Betreiber gegen Auflagen des Infektionsschutzgesetzes verstoßen, die eine Ausbreitung des Corona-Virus verhindern sollen. So wurden um 23.44 Uhr in einem Café am Fersenbruch in Heßler
30 bis 40 Personen angetroffen, die Karten spielten und Wasserpfeifen rauchten.
Gegen Mitternacht beendeten die Beamten eine private Geburtstagsfeier in einem Lokal an der Arminstraße in der Altstadt und forderten die Gastgeberin auf, das Geschäft abzuschließen. In allen Fällen wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen durch die Beamten gefertigt.

Die Polizei Gelsenkirchen wird fortlaufend kontrollieren, ob die Maßgaben der Landesregierung befolgt werden. Gegen alle Zuwiderhandlungen werden die Polizeibeamten konsequent vorgehen und bei erneut festgestellten Verstößen Strafanzeigen fertigen.

Alle Informationen zu bestehenden Einschränkungen zur Eindämmung des Virus für die Stadt Gelsenkirchen finden Sie unter www.gelsenkirchen.de.

Alle Informationen zu kontaktreduzierenden Maßnahmen finden Sie auf der Homepage der Landesregierung NRW unter folgendem Link: www.land.nrw/corona.

PM der POL Gelsenkirchen vom 19.03.2020