Die zuständige Polizeiinspektion Regensburg 2 ist mit dem Verlauf der Maidult 2011 insgesamt zufrieden.
Zwei Problembereiche werden allerdings mit Besorgnis beobachtet: zum einen nimmt die Zahl betrunkener Kinder und Jugendlicher offensichtlich zu, zum anderen werden die einschreitenden Polizeibeamten selbst vermehrt Opfer verbaler und körperlicher Attacken.

Unterstützung erhielten die Beamten der Dienststelle am Protzenweiher von Kräften anderern Dienstellen Regensburgs, aber auch der Umgebung und der Bayerischen Bereitschaftspolizei.
Bis zum heutigen Tage registrierte die Polizei 22 Körperverletzungen und damit um 6 Delikte weniger als bei der Maidult 2010 (28). In den allermeisten Fällen endeten die Attacken für die Geschädigten mit leichten Verletzungen. Die meisten Täter wurden bereits vor Ort festgestellt oder nachträglich durch die Polizei ermittelt. 9 Fälle sind bislang ungeklärt.
Insgesamt 24 Diebstähle wurden bisher bei der Polizei zur Anzeige gebracht (Vorjahr: 33), davon 16 Diebstähle von bzw. aus Taschen oder Handtaschen. In sehr vielen Fällen nutzten die Täter die günstige Gelegenheit und entwendeten in Bierzelten abgelegte und unbeobachtete Gegenstände. Bei zwei Einbrüchen in Verkaufsbuden der Warendult wurden ein sogenanntes Pocketbike und Alkoholika entwendet. Bei fast allen Diebstählen ist bisher kein Ermittlungsansatz vorhanden, Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei, Tel. 0941/506-2221, zu melden.

Die Polizeibeamten nahmen während der Streifentätigkeit auf der Dult 12 Kinder und Jugendliche aufgrund übermäßigem Alkoholkonsum in Gewahrsam. Die teilweise hochgradig alkoholisierten Minderjährigen, manche erreichten beim Alkotest über 2 Promille, wurden zumeist zur Wache verbracht und dort von den verständigten Eltern abgeholt. In weiteren 4 Fällen war eine Alkoholvergiftung zu befürchten und eine Einlieferung in ein Krankenhaus erforderlich.
Fast ebenso viele Heranwachsende und Erwachsene überschätzten ihre körperliche Aufnahmekapazität und wurden zur Ausnüchterung in die Polizeizelle befördert.
Abgesehen von diesen Gewahrsamnahmen, bei denen eine Gefahr für die Jugendlichen selbst erkennbar war, unterbanden Polizeibeamte in unzähligen Fällen einen weiteren Alkoholkonsum, indem Alkohol, meist hochprozentig, sichergestellt oder vor Ort sofort vernichtet wurde. Hierbei ist die neue Dultverordnung der Stadt Regensburg sehr hilfreich, da sie das Mitbringen von Alkohol ins Umfeld der Dult „schwarz auf weiß“ verbietet. Das unkontrollierte Betrinken mittels mitgebrachtem Schnaps oder Wodka wird hierdurch zumindest erschwert.

In 6 Fällen (Vorjahr nur 1) waren die Polizeibeamten selbst Ziel von Straftaten. Drei erheblich betrunkene Männer im Alter von 26 bis 32 Jahre wurden jeweils gegen Dultende aggressiv und sollten durch die Beamten zur Verhinderung einer weiteren Eskalation in Gewahrsam genommen werden. Einer hatte zuvor auf seine Freundin einschlagen wollen, ein anderer war auf seine eigenen Freunde losgegangen. Alle wehrten sich massiv gegen das polizeiliche Einschreiten und schlugen zum Teil um sich. Ein 18-jähriger war bereits mehrfach negativ auffällig geworden und mit Provokationen in Erscheinung getreten. Einen Platzverweis von der Dult befolgte er jedoch nicht. Gegen die anschließende Festnahme wehrte er sich mit aller Kraft und biss sogar einen Beamten in die Hand. Ein weiterer Polizeibeamter wurde durch Tritte verletzt. Die Verletzten konnten ihren Dienst jedoch fortsetzen.

Außerdem waren 2 Fälle von ganz massiver Beleidigung gegen eingesetzte Beamte zu verzeichnen. Hierbei tat sich ein 15-jähriger besonders negativ hervor, der im Rahmen einer ärztlichen Behandlung Sanitäter und Beamte mit derben Schimpfworten und als pädophil betitelte.

Gegen einen 19-jährigen Regensburger war im Anschluss an die Maidult 2010 durch die Stadt Regensburg wegen wiederholter Sicherheitsstörungen ein einjähriges Betretungsverbot verhängt worden. Zwar trat der junge Mann dieses Mal nicht mit Gewalttaten in Erscheinung, trotzdem missachtete er das Verbot und muss deswegen mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen.

Diverse Anzeigen werden auch gegen Personen erstattet, die bewaffnet auf die Dult gingen. Ein 17-jähriger führte ein verbotenes Einhandmesser mit sich, ein 37-jähriger versteckte ein Messer in einem Rückenholster und ein 30-jähriger lief mit einer täuschend echt aussehenden Soft-Air-Pistole in der rechten Hand über die Dult.

Zu einem Sexualdelikt im Nachgang zum Dultbesuch kam es am Donnerstag, den 26.05.2011, kurz vor Mitternacht im Bereich der Steinernen Brücke. Hierzu darf auf die gesonderte Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberpfalz vom 30.05.2011 hingewiesen werden.

Auch im Straßenverkehr wurden die eingesetzten Beamten tätig:
Neben einer Unfallflucht wurden 7 Fahrzeugführer wegen übermäßigem Alkoholkonsum zur Anzeige gebracht.
Gegen weitere 4 Fahrzeugführer konnte noch rechtzeitig eingeschrithttps://www.keine-gewalt-gegen-polizisten.de/wp-admin/post-new.phpten werden: ihre Alkoholfahrt wurde vor Beginn verhindert.
Des weiteren mussten 30 Pkw aus Feuerwehranfahrtszonen oder Rettungswegen und von Taxenstandplätzen abgeschleppt werden.

Zusammenfassend kann die Maidult als ereignisreich umschrieben werden:
Die Anzahl der Gewalt- und Eigentumsdelikte blieb überschaubar.
Allerdings gibt der Alkoholmissbrauch gerade unter Minderjährigen und die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte Anlass zur Sorge.
Trotzdem zieht die Polizeiinspektion Regensburg 2 insgesamt ein positives Resümee und ist mit den eigenen Einsatzplanungen und dem Verlauf zufrieden.

Quelle: PM des PP Oberpfalz vom 30.05.2011

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