Neukölln (Berlin): Angriffe auf Polizeibeamte

Zwei in Rudow angemeldete Demonstrationen endeten in den späten Abendstunden des gestrigen Tages nach Störungen mit Festnahmen, Verletzten und Sachbeschädigungen.

1. Gegen 20 Uhr setzte sich eine seit 19 Uhr laufende Versammlung unter dem Motto „Solidarität mit den Betroffenen von Nazigewalt“ am U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee in Bewegung. Der Aufzug mit Ziel U-Bahnhof Britz Süd verlief trotz gezündeter Feuerwerkskörper überwiegend störungsfrei.

2. Parallel begann kurz nach 18 Uhr eine Versammlung unter dem Motto „Sicherheit durch Recht und Ordnung-Härtere Strafen für Linkskriminelle“ am U-Bahnhof Zwickauer Damm, die als Aufzug bis zum Bat-Yam-Platz angemeldet worden war. Von Beginn an versuchten Gegendemonstranten aus dem linksextremen Spektrum, die Durchführung dieses Aufzuges zu verhindern und schreckten dabei auch nicht vor gezielten Gewalttätigkeiten zurück. Nach ausgesprochenen Platzverweisen mussten Polizisten Störer aus dem Bereich des Antreteplatzes zurückdrängen und zur ersten Veranstaltung verweisen. Teilweise vermummte Personengruppen Linksextremer versuchten immer wieder den Demonstrationszug aus den angrenzenden Straßenzügen und Grünanlagen heraus anzugreifen und durch koordiniertes, gesammeltes Hinsetzen vor die Aufzugspitze aufzuhalten. Hierbei kam es zu Stein- und Flaschenwürfe auf die begleitenden Polizistinnen und Polizisten.

An der Ecke Theodor-Loos-Weg und Harry-Liedtke-Pfad näherten sich mehrere linksextreme Gewalttäter drei zur Verkehrsregelung eingesetzten Verkehrspolizisten. Die dort auf Motorrädern und ohne besondere Schutzkleidung eingesetzten Beamten wurden mit Flaschen, Steinen und Fußtritten angegriffen und erlitten zahlreiche Prellungen. An einem Polizeimotorrad traten die Angreifer die Blinker und die Funkantenne ab. Die drei leicht verletzen Beamten setzten ihren Dienst fort.

Gegen 19 Uhr 50 traf ein mutmaßlich von Linksextremen geworfener Kleinpflasterstein einen hinter dem Aufzug laufenden 13-jährigen Jungen mit solcher Wucht im Gesicht, dass das Kind durch alarmierte Rettungskräfte vor Ort erstversorgt und mit schweren Gesichtsverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Nachdem sich bis zu 100 Gegendemonstranten hinter dem laufenden Aufzug angesammelt hatten, trennten die Einsatzkräfte der Polizei mehrfach linksextreme Gewaltbereite von Teilnehmern der Demonstration und räumten auf die Fahrbahnen gelegte Hindernisse zur Seite.

Zur Durchführung des Einsatzes waren etwa 500 Beamtinnen und Beamte eingesetzt. Insgesamt wurden 21 Personen unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruchs. Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz festgenommen.

Quelle: PM der Polizei Berlin vom 16.07.2011

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