Gerolzhofen/Rüdenhausen (Bayern): Kopfstoß bei Wohnungsdurchsuchung – Polizeibeamter erleidet Nasenbeinbruch

In der Nacht zum Dienstag ist ein Polizeibeamter bei einer Wohnungsdurchsuchung durch einen Kopfstoß schwer verletzt worden. Zuvor hatten Beamte in Gerolzhofen einen Mann kontrolliert, der blitzschnell eine geringe Menge Haschisch verschlucken wollte.

Bei der Durchsuchung der Wohnung seines Lieferanten wurden einige Gramm Amphetamin aufgefunden, bevor es dann zu der Attacke gegen den Polizeibeamten kam. Nachdem sich auch die Eltern des 29-Jährigen einmischten, musste die Polizei Pfefferspray einsetzen.

Eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Gerolzhofen war gegen 22.00 Uhr im Rot-Kreuz-Weg auf einen 27-Jährigen aufmerksam geworden, der sich bei der Kontrolle äußerst nervös verhielt. Da die Beamten bei dem Mann Rauschgift vermuteten, sollte er zur Dienststelle gebracht werden. Plötzlich zog der Beschuldigte dann einen kleinen Haschischbrocken aus seiner Kleidung und wollte ihn vor den Augen der Beamten verschlucken. Daran wurde er von einem Polizisten erfolgreich gehindert, der dabei allerdings in den Finger gebissen wurde.

Bei den weiteren Recherchen kamen die Ermittler relativ schnell auch dem Lieferanten auf die Spur. Zusammen mit einer Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Kitzingen und einem Diensthundeführer tauchten Polizeibeamte etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht an der Wohnung des mutmaßlichen Dealers im Landkreis Kitzingen auf. Dort stellten die Polizisten zunächst drei Gramm Amphetamin und verschiedene Gegenstände zum Konsum von Betäubungsmitteln sicher. Unmittelbar nach Beendigung der Durchsuchungsmaßnahmen versetzte der 29-Jährige dem Polizeibeamten, der zuvor bereits in den Finger gebissen worden war, einen Kopfstoß. Der 48-jährige Polizist erlitt eine Nasenbeinfraktur und stürzte rückwärts zu Boden.

Trotz angelegter Handfesseln ging der Beschuldigte in der Folge auch weiterhin gegen die Ordnungshüter vor. Nachdem sich auch seine Eltern ganz massiv einmischten und die Maßnahmen der Beamten störten, blieb den Einsatzkräften keine andere Wahl, als vom Pfefferspray Gebrauch zu machen.

Der verletzte Polizist wurde noch in der Nacht in einer Klinik behandelt. Danach wurde er wieder entlassen, musste aber einige Zeit später seinen Dienst wegen der erlittenen Verletzungen abbrechen.

Gegen den 29-jährigen Wohnungsinhaber wird jetzt wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Verstößen nach dem Betäubungsmittelgesetz Anzeige erstattet. Auch auf seine Eltern kommt eine Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu. Auch auf den 27-Jährigen, der in Gerolzhofen kontrolliert wurde, wurde ein Ermittlungsverfahren u.a. wegen eines Verstoßes nach dem Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.

Quelle: PM des PP Unterfranken vom 30.08.2011

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