Berlin: Zwei verletzte Polizisten bei Protesten gegen den Papstbesuch

Eine positive Bilanz zieht die Polizei mit Blick auf ihre Maßnahmen anlässlich des Berlinbesuchs Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. Der Staatsgast war am Donnerstagvormittag gegen 10 Uhr 15 auf dem Flughafen Tegel gelandet und ist heute kurz nach 10 Uhr von dort wieder abgeflogen. Bis zu 6.500 Polizisten, darunter Unterstützungskräfte aus neun Bundesländern und der Bundespolizei, haben einen sicheren Ablauf gewährleistet. Leider waren zu diesem Zweck Beeinträchtigungen für Kraftfahrer, Fußgänger und vor allem Anwohner auf dem Weg und an den Zielpunkten des Besuchsprogramms nicht immer vermeidbar.
Bei zwei Demonstrationen gegen den Papstbesuch musste die Polizei vereinzelt einschreiten. Der Aufzug des „Christopher Street Day e.V.“ begann gegen 16 Uhr 40 am Potsdamer Platz und erreichte gegen 19 Uhr den Endplatz in der Straße Unter den Linden in Höhe Bebelplatz. Gegen 21 Uhr wurde die Versammlung beendet. Unter den ansonsten friedlichen Teilnehmern befand sich eine Gruppe von ca. 200 Personen, die der linken Szene zuzurechnen sind, die sich aggressiv verhielten und Flaschen auf Polizisten warfen. Ein Berliner Polizist wurde leicht verletzt.
Bei einer Protestkundgebung gegen die „Einschränkung der Bewegungsfreiheit“, die zwischen 20 Uhr 20 und 22 Uhr 30 in der Fontanepromenade in Kreuzberg stattfand, wurden mehrfach Feuerwerkskörper geworfen. Eine Polizeibeamtin einer Bremer Einheit wurde durch einen Feuerwerkskörper verletzt, musste ambulant behandelt werden und konnte den Dienst nicht fortsetzen. Die Nachtruhe des Papstes in der nahe gelegenen Apostolischen Nuntiatur wurde durch die Kundgebung nicht gestört.
Zu einem tragischen Vorfall kam es im Olympiastadion nach dem Ende des Gottesdienstes. Gegen 20 Uhr 20 brach ein 81-jähriger polnischer Tourist bewusstlos zusammen. Er wurde sofort ärztlich versorgt, starb aber gegen 21 Uhr trotz zuvor erfolgter Reanimation.
Quelle: PM der Polizei Berlin vom 23.09.2011

 

Ok, ich verstehe natürlich, dass die überwiegende Mehrzahl der Gegendemonstranten friedlich war und dann ist ja auch gegen Demos nichts einzuwenden. Wieso aber die Berliner Polizei die Überschrift „Papstbesuch aus polizeilicher Sicht störungsfrei“ wählt, verwundert mich schon, wenn doch immerhin zwei Polizeibeamte verletzt wurden. Ok, der Papst wurde nicht gestört, aber es gab verdammt noch mal zwei Verletzte.

 

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