Am 20.01.2013, gegen 15.20 Uhr, verständigte eine 23-jährige Frau telefonisch die Einsatzzentrale über einen Beziehungsstreit mit ihrem Ex-Freund. Dieser soll sie zuvor bedroht und geschlagen haben. Zur Klärung des Sachverhaltes wurden beide Personen zur Polizeiinspektion 21 (Au) gefahren.

Während der Fahrt im Streifenfahrzeug sowie auf der Polizeiinspektion rastete die junge Frau – nach Angaben der eingesetzten Polizeibeamten vermutlich unter Drogeneinfluss stehend – aus und musste deshalb gefesselt werden.

Auf der Polizeiinspektion 21 wurden ihr die Handfesseln wieder abgenommen, worauf sie sofort wieder begann, um sicht zu treten. Nachdem ihr die Handfesseln wieder angelegt wurden, spuckte sie einem Beamten ins Gesicht. Nach Angaben des eingesetzten Polizeibeamten versuchte sie anschließend mit dem Kopf nach ihm zu stoßen. Um sich davor zu schützen, versetzte er ihr einen Faustschlag gegen den Kopf.

Die 23-Jährige wurde wegen Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung zur Anzeige gebracht. Im Rahmen der Anzeigenerstattung wurde bereits der Fauststoß des Polizeibeamten gegen den Kopf von der Frau dokumentiert.

Zur Klärung des Drogenkonsums von der 23-Jährigen, der von ihr vor Ort auch eingeräumt wurde, sollte eine Blutentnahme durchgeführt werden. Diese wurde zwar von der Staatsanwaltschaft beantragt, aber vom diensthabenden Richter abgelehnt. Mit einer freiwilligen Blutentnahme war die 23-Jährige nicht einverstanden.

Nach Hinzuziehung eines Notarztes wurde die junge Frau in ein Krankenhaus verbracht. Die Beamten fertigten von den Verletzungen Lichtbilder.

Am 25.01.2013 erstattete der Rechtsanwalt von ihr fernmündlich beim Polizeipräsidium München Anzeige, da seine Mandantin im gefesselten Zustand zwei Faustschläge ins Gesicht erhalten habe.

Zur Klärung des Sachverhaltes wurden entsprechende Ermittlungen eingeleitet.

Die 23-Jährige wurde noch am selben Tag im Beisein ihres Rechtsanwaltes vom Dezernat für Amtsdelikte als Zeugin einvernommen.

Im Rahmen der weiteren Ermittlungen wird zu klären sein, ob die vom Beamten angenommene Notwehrsituation vorlag.

Die bisherigen Ermittlungsergebnisse wurden der Staatsanwaltschaft München I vorgelegt.

Quelle: PM des PP München vom 05.02.2013

Interessant dazu die Reaktion des Bayerischen Rundfunks:
Zitat:
Vorwürfe gegen Polizei
Beamter in München soll Frau geschlagen haben
In München gibt es möglicherweise einen erneuten Fall von Polizeigewalt. In einem Polizeirevier in der Au soll ein Polizist einer 23-jährigen Frau ins Gesicht geschlagen und sie schwer verletzt haben.“

http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/muenchen-polizei-gewalt-100.html

Es ist zwar durchaus korrekt, dass es möglicherweise einen Fall von Polizeigewalt gibt. Es ist aber genau so korrekt, dass es möglicherweise einen Fall von falschen Verdächtigungen gibt. Das werden die Ermittlungen zeigen. Aber schon interessant, für welche Formulierung sich da entschieden wurde…

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