Am 15.09.2019, gegen 20:30 Uhr, ging bei der Polizei die Mitteilung über eine Ruhestörung in einem Mehrparteienhaus in der Zirbelstraße ein. Anwohner beschwerten sich hierbei über den Lärmpegel in der Wohnung eines 40-jährigen Nachbarn. Um die Lärmbelästigung zu unterbinden, klopften zwei Polizeibeamte wenig später an der Wohnungstüre des 40-Jährigen. Dieser öffnete daraufhin die Eingangstüre und schoss ohne Vorwarnung einem 33-jährigen Polizeibeamten aus kurzer Entfernung mit einer Gaspistole direkt ins Gesicht. Anschließend zog sich der Angreifer sofort wieder in seine Wohnung zurück und verriegelte die Türe. Der Rettungsdienst brachte den Beamten mit mittelschweren Gesichtsverletzungen in die Uniklinik Augsburg. Der Umstand, dass der 33-jährige Polizeibeamte zum Zeitpunkt der Schussabgabe eine Brille trug, verhinderte laut Aussagen der behandelnden Ärzte schwerste Augenverletzungen bei ihm. Unterstützungskräfte sicherten sofort die Wohnung sowie das Treppenhaus des Anwesens, um eine weitere Gefährdung für Anwohner auszuschließen.
Einem Spezialeinsatzkommando gelang es gegen 23:30 Uhr den 40-jährigen Deutschen in seiner Wohnung festzunehmen. Der Täter gab hierbei nochmals mehrere Schüsse mit einer Gaspistole ab, konnte jedoch von den Spezialkräften überwältigt werden. Mehrere Beamte zogen sich durch die Freisetzung des verschossenen Gases Reizung der Augen sowie Atemwege zu. Diese wurden vor Ort durch einen Notarzt behandelt.
Die Kriminalpolizeiinspektion Augsburg hat noch in der Nacht die Ermittlungen, u.a. wegen des dringenden Tatverdachts der versuchten schweren Körperverletzung, aufgenommen. Der genaue Tathergang sowie die Hintergründe der Schussabgaben sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Augsburg wurde der 40-Jährige im Laufe des heutigen Nachmittags dem zuständigen Ermittlungsrichter am Amtsgericht Augsburg vorgeführt. Dieser erließ gegen den Beschuldigten Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts der gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit versuchter schwerer Körperverletzung sowie tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte. Der Beschuldigte befindet sich mittlerweile in einer Justizvollzugsanstalt.

PM des PP Schwaben Nord vom 16.09.2019

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