Symbolfoto

Mein Puls kam gerade wieder halbwegs auf Normal runter. Soeben war die Pressekonferenz zum Danke-Polizei-Tag in Ludwigshafen zu Ende gegangen. Trotz meines enormen Lampenfiebers hatte ich ein Video von der Szene gemacht, die die Einsatztrainer aus Enkenbach-Alsenborn nachgestellt hatten. Eine tolle Szene, in der der festnehmende Polizist gebissen wurde, was aber auf dem Video nicht sichtbar ist. Ein sehr guter Beleg dafür, dass man Handyvideos manchmal nicht einmal zurechtschneiden muss und sie zeigen dennoch nicht die ganze Wahrheit.

„Kommen Sie uns doch einmal in Enkenbach-Alsenborn besuchen.“ Dieses unwiderstehliche Angebot von Rainer Köllner, Chef der Einsatztrainer, nahm ich möglichst schnell an.

Da ich das ja alles nebenberuflich mache, hieß „möglichst schnell“, dass ich Ende Januar nach einem Termin im Polizeipräsidium Westpfalz in Kaiserslautern in der Liegenschaft der Bereitschaftspolizei hereinschaute.

 

Meine Gesprächspartner in Kaiserslautern zeigten sich sehr interessiert, nachdem ich in einem Halbsatz hatte fallen lassen, was ich im Nachgang vorhatte.

„Was machen Sie denn da?“

„Ich habe keine Ahnung. Am Telefon war die Rede von einer ‚Touristenführung'“.

„Oh je!“

Bedenkliche Blicke wurden gewechselt.

???

„Machen Sie sich keine Sorgen, Frau Minrath, die haben da auch eine Sanitätsstation.“ – „Ja, und einen Polizeiarzt.“ – „Ich komme Sie dann auch dort besuchen. Gerne mit Blumen.“

 

Im Gedanken an diese Frotzeleien immer noch grinsend fuhr ich auf den Parkplatz in Enkenbach-Alsenborn auf.

 

Auch diese Liegenschaft konnte ich nicht so ohne Weiteres betreten – was ich immer begrüße. Nachdem mein Gesprächspartner über meine Anwesenheit informiert worden war, durfte ich passieren.

Als erstes, nach einer freundlichen Begrüßung, bekam ich einen Kaffee. Immer ganz wichtig.

Dann zeigte mir Herr Köllner den Teil der Liegenschaft, der das Reich der Einsatztrainer darstellt. Wir begannen mit einem kleinen Besprechungsraum, in dem zwei Plakate zeigten, was Polizeibeamtinnen und -beamten hier alles angeboten wird.

Ich war ein wenig überrascht zu sehen, dass auch das Schießen auf Rehe geübt wird. Natürlich werden dafür nicht aus den Wäldern um Enkenbach-Alsenborn Rehe in den Schießstand gezerrt, sondern das Ganze findet rein virtuell statt.

Selbstverständlich geht es bei diesem Ausbildungsteil auch nicht darum, dass Polizeibeamte spaßeshalber springlebendiges Wild abschießen, sondern dass angefahrene Tiere den Gnadenschuss bekommen.

Erst vor wenigen Wochen war ich zu Besuch in einer Dienststelle gewesen und mein Gespräch mit zwei Polizisten war unterbrochen worden vom Dienstgruppenleiter mit dem Satz:

„Ihr müsst ein Reh erschießen.“

Er hatte schon erfolglos versucht, einen Jagdausübungsberechtigten zu kontaktieren.

Selten habe ich derartige Unbegeisterung in den Augen meiner Gesprächspartner gesehen, als diese sofort aufsprangen und zum Streifenwagen liefen.

Kein Polizist schießt gern auf Lebewesen. Hinzu kommt, dass verletzte Tiere oft panisch und Schmerz erfüllt schreien, weil sie nicht verstehen, was ihnen widerfährt. Diese Schreie sind nur sehr schwer zu ertragen. Last but not least reagieren viele Bürger sehr verständnislos darauf, dass überhaupt das Tier erschossen werden muss und wieso die Polizei das übernimmt. Ich als ausgelagerte Beschwerdestelle der Polizei in einem ländlichen Bundesland habe mir da schon mehrfach Beschwerden angehört. „Der Polizist hat einfach so das Reh erschossen.“ Das „einfach so“ war den Beschwerdeführern auch nicht auszureden.

Insgesamt also sowieso schon eine miese Einsatzsituation, die sicherlich nicht besser wird, wenn man bei all dem nicht beim ersten Schuss trifft…

Folglich durchaus ein sinnvolles Training!

 

Einem Training über die Abwehr von Messerangriffen durfte ich kurz zusehen.

Schließlich kam ich in einen Schießstand. Dort wurde mir angeboten, auch einmal zu schießen. Da sage ich nicht nein.

Ich durfte vor vielen Monaten mal auf einem Schießstand des Zolls schießen. Nachdem ich den ersten Schuss gerade in die Decke gesetzt hatte, habe ich im Anschluss ziemlich gut ein Viereck getroffen.

Drei Jahre später drückte mir nun Herr Köllner als erstes eine Laserpistole in die Hand. Natürlich nach ausführlichen Erläuterungen, wie man eine Waffe überhaupt handhabt.

Das hat mich gefreut, weil ich die Diskussion um das Laserschießen der Berliner Polizei verfolge und mir nun endlich ein Bild machen konnte, was es damit auf sich hat.

Tatsächlich fühlte sich die Laserpistole erstmal genau an, wie eine scharfe Waffe, allerdings hatte ich ja auch jahrelang keine Waffe in der Hand gehabt und es war auch mein zweites Mal. Sie ist nicht so laut, man braucht also keinen Gehörschutz und keinen Augenschutz, da sie keine Patronenhülsen auswirft.

 

Später stieg ich dann auf eine scharfe Waffe um. Der Rückstoß ist ein ganz anderer. Außerdem muss man sie deutlich fester umklammern. Die Muskulatur meiner Hände ist ziemlich lasch. Deswegen neige ich dazu, die Waffe nicht fest genug zu halten, was diese damit beantwortet hat, mir die eine oder andere Patronenhülse an die Schulter zu flitschen.

„Lernen durch Schmerz.“

Einsatztrainer haben einen sehr trockenen Humor.

Hinzu kommt, dass ich die Schüsse, wenn meine Hände müde werden (was sehr schnell geht) leicht nach links verreiße.

Gegen Ende meines gesamten Schießtrainings durfte ich es auch mal mit scharfen Schüssen auf ein virtuelles Reh probieren. In meinem Hinterkopf versammelten sich sämtliche Menschen, die sich jemals bei mir über polizeiliche Schusswaffengebräuche auf Rehe beklagt hatten.

Ich zielte.

Oha, das Tier ist so klein… und in der Realität hält es vermutlich auch nicht still.

Ich holte tief Luft.

Ich schoss.

Der Schuss durchsiebte das linke Ohr des Rehs.

„Tierquäler“, jaulte die Meute in meinem Kopf auf.

Ich zielte erneut, dieses Mal ein bisschen länger.

Irgendwie war ich froh, dass das hier virtuell war und das Reh nicht schrie.

Ein zweites schickes Loch prangte im linken Ohr des Rehs.

Verflucht.

„Das arme Tier! Wird das bald was, Frau Wachtmeister?“, brüllte mein Hinterkopfpublikum.

Denk an den Rückstoßeffekt und deine schwachen Hände…

Im dritten Anlauf visierte ich das rechte Ohr an.

Endlich ein letaler Schuss.

Gut, dass das nur virtuell war.

Aber ganz klar ein sehr sinnvoller Übungsinhalt!

Und ganz klar nicht mit einer Laserpistole realistisch darstellbar.

 

Damit zurück zum Lasern. Mir ist die exakte Technik dahinter nicht klar genug, um sie zu beschreiben. Ehrlich gesagt finde ich Technikfragen auch nicht sonderlich spannend. Fakt ist, dass der Laserimpuls auf einer interaktiven Leinwand auftrifft und damit ein Computer berechnen kann, ob und wo man getroffen hat. Die Leinwand lässt sich übrigens auch mit Echtmunition beschießen, dann misst das Computerprogramm dahinter die Position des Einschusslochs.

Wie beim Zoll begann ich damit, auf unschuldige Vierecke zu schießen. Gesteigert wurde das damit, dass die sich irgendwann zu bewegen begannen.

Ich muss zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt Spaß daran hatte, denn ich traf ziemlich gut.

Allerdings überlegte ich schon, wie ich Herrn Köllner klarmachen würde, dass ich keinesfalls auf menschliche Umrisse oder gar interaktive Szenarien zu schießen gedachte.

Na ja… vielleicht fragt er ja gar nicht.

Es ist eine Sache, Spaß daran zu haben, Kimme und Korn übereinanderzubringen und damit auf Formen oder Zielscheiben zu schießen – eine sehr gute Konzentrationsübung übrigens. Es ist eine ganz andere Baustelle, sich auf den Echtfall vorzubereiten. Den ich nicht mal als Zuschauerin erleben möchte. Mit dem ich aber natürlich rechnen muss, wenn ich Polizisten in den Einsatz begleite.

 

Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie Herr Köllner das gemacht hat, dass mir plötzlich klar wurde… wenn ich wieder einen elementaren Teil von Polizeiarbeit verstehen will, der mir bisher nur aus Erzählungen zugänglich war, dann muss ich genau das beschießen, was ich eigentlich nicht beschießen will.

Nachdem ich mich also überwunden hatte, auf den menschlichen Umriss zu schießen, ging es in das erste interaktive Szenario. Genaueres verrate ich hier nicht, denn falls Polizisten den Artikel lesen, die darauf ausgebildet werden sollen, verderbe ich denen ja den Lerneffekt…

Es geht damit los, dass man zu einem Einsatz fährt, der erst einmal klingt wie Standard. Sogar ich bin schon einmal mit so einer Ankündigung in einen Einsatz mitgefahren. Bei Eintreffen am Einsatzort übernimmt der digitale Kollege eine Personenkontrolle, man selbst sichert ihn ab.

Es beginnt immer damit, dass der digitale Kollege den Menschen, den wir antreffen, um seine Papiere bittet.

Ab hier verzweigt sich das Szenario. Ein- und dieselbe Szene kann immer wieder variieren.

Polizistinnen und Polizisten werden dabei im Vorfeld körperlich (mittels Sport) und seelisch (verbal) ziemlich unter Stress gesetzt, um einen realistischen Pulsschlag zu erreichen. Bei mir wurde darauf netterweise verzichtet. Ich hatte nämlich, wie Herr Köllner regelmäßig kontrollierte, so schon feuchte Hände und deutlich erhöhten Puls.

Die ersten beiden Szenarien schoss Herr Köllner noch.

 

Szenario 1:

„Ihre Papiere, bitte!“

Der Mann suchte in seiner Jacke herum, zog eine Schusswaffe, die er auf den Kollegen richtete.

Der Einsatztrainer neben mir erschoss den Mann virtuell.

 

Szenario 2:

„Ihre Papiere, bitte!“

Der Mann suchte in seiner Jacke herum, zog eine Schusswaffe, die er auf uns richtete.

Also auf den Einsatztrainer. Aber ich stand ja direkt neben ihm.

Ganz egal, dass es virtuell war – ich blickte in eine Pistolenmündung.

Mein Stresslevel raste nach oben.

Der Einsatztrainer schoss dem Mann ins Bein.

Dann zog er mich am Arm beiseite, drehte sich mit mir um, um mir etwas zu erklären. Aus den Augenwinkeln sah ich noch, wie der Mann mit der Waffe in der Hand sich irgendwohin setzte.

Wieso? Der hat doch noch die Waffe in der Hand? Aber gut, der Trainer ist der Chef, der weiß schon, was richtig ist. Vielleicht halten die ja auch den Film an.

PENG! PENG! PENG! PENG!

Oh Shit! Im richtigen Leben wären wir jetzt tot. Weil ich mich zu sehr darauf verlassen habe, dass mein Partner das schon regelt…

Genau das war wohl der beabsichtigte Lerneffekt.

Und:

„Sie hören erst auf zu schießen, wenn der Angreifer seine Waffe fallen lässt. Und Sie lassen erst nach, wachsam zu sein, wenn Sie oder Ihr Kollege diese Waffe in der Hand haben.“

Sollte jeder mal erlebt haben, der glaubt, ein Schuss ins Bein wäre die einzig zulässige Antwort auf Angriffe mit Waffen.

An dieser Stelle übernahm ich, obwohl ich das zuerst nicht gewollt hatte. Ich wollte wissen, wie sich solche Lagen anfühlen, die andere immer mit Genuss bequem vom Sofa aus kommentieren. Wenigstens annähernd, denn es ist und bleibt virtuell.

Mein Stresslevel kletterte weiter nach oben. Selbst im Video habe ich echte Hemmschwellen, auf einen Menschen zu schießen.

 

Szenario 3:

„Ihre Papiere, bitte!“

Der Mann suchte in seiner Jacke herum und zückte – Papiere.

Also ließ ich die Waffe, wo sie war, an meiner rechten Hüfte.

Der Schießstand wird permanent belüftet, auch wenn mit Laser geschossen wird, um dem Pulverdampf beim Scharfschießen keine Chance zu lassen. Es ist verdammt kühl in dem Raum.

Mir war verdammt heiß.

 

Szenario 4:

„Ihre Papiere, bitte!“

Der Mann beugte sich in einen großen Behälter und holte… ein Messer heraus, richtete es auf mich.

Ich schoss. Mehrmals!

Er war tot.

„Der hatte ein Messer in der Hand, oder? Der hatte doch ein Messer in der Hand?“

Plötzlich war ich mir nicht mehr sicher.

„Ja, der hatte ein Messer in der Hand.“

Uff!

Dann die Nachlese.

„Wie viele Schüsse?“

„Drei.“

„Ja, das stimmt. Bis drei klappt es meistens mit dem Merken. Ab dann ist das Gehirn normalerweise überfordert und der Schütze kann sich nicht mehr an die genaue Zahl erinnern.“

Die interaktive Leinwand kann anzeigen, wo man getroffen hat – und in welcher Reihenfolge.

Die ersten beiden Schüsse waren Treffer im letalen Bereich gewesen. Mit dem dritten Schuss hatte ich den Angreifer im Fallen in die Hand getroffen, in der er das Messer gehalten hatte.

„Das könnte vor Gericht problematisch werden. Da muss man dann hoffen, dass die Spurensicherung belegen kann, dass nicht schon der erste Schuss in die Hand ging, denn dann wären die tödlichen Schüsse unnötig gewesen.“

Oha! Die Spurensicherung hat vermutlich keine interaktive Leinwand.

Der Gedanke beschäftigte mich noch, als wir ins nächste Szenario einstiegen.

Ich spürte den Schweiß unter meinen Achseln hervor in Richtung Hosenbund rinnen. Meine Hände zitterten ein Bisschen.

 

Szenario 5:

„Ihre Papiere, bitte!“

Wieder beugte sich der Mann in den dunklen Behälter.

Der zieht doch nicht schon wieder ein Messer?

Nein, tat er nicht. Stattdessen sah ich plötzlich nur noch einen Radmutternschlüssel über mir.

PENG PENG PENG

„Im Grunde sehr gute Schüsse, leider wäre zum Zeitpunkt der Schussabgabe Ihr Schädel schon bis zum Brustbein gespalten gewesen.“

Vermehrte Schweißproduktion. Händezittern verstärkte sich. Mein Puls war vermutlich mittlerweile deutlich im oberen Stressbereich und meine Atmung beschleunigt.

 

Szenario 6:

„Ihre Papiere, bitte!“

Wieder der Radmutternschlüssel. Der Mann geht auf meinen virtuellen Kollegen los.

PENG.

Warnschuss.

Er dreht zu mir ab.

PENG PENG PENG…

Der Mann liegt tot am Boden.

„Wieviele Schüsse?“

„Kein Ahnung!“

Es waren fünf gewesen.

„Auch das wäre dann vor Gericht äußerst problematisch – denn… ach, wir gucken mal die Wiederholung an.“

Ok.

Oh Shit!

Oh… Shit!

Erst in der Wiederholung nahm ich wahr, dass der Angreifer den Drehschlüssel hatte fallen lassen, nachdem er sich zu mir gedreht hatte.

Da hätte ich nicht mehr schießen dürfen.

Das braucht man auch nicht zu diskutieren. Ich hätte schlicht nicht schießen dürfen.

*Schluck*

„Ich würde jetzt doch lieber wieder auf Vierrecke schießen.“

Herr Köllner tat mir den Gefallen. So hatte ich noch eine Weile richtig Spaß. Ich kann jeden Sportschützen verstehen.

Polizisten haben diese Wahl allerdings nicht. Sie müssen im Dienst an der Gesellschaft, also an uns allen, in solche Situationen gehen. Wir erwarten das von ihnen. Ich denke, dass sie im Gegenzug durchaus von uns erwarten dürfen, dass wir dann nicht über sie herfallen, wenn sie in so einer Lage gesteckt und reagiert haben.

Und ja, ich weiß. Sie haben sich diesen Beruf ausgesucht. Aus meiner Sicht ein weiteres Argument, ihnen zu danken.

 

Als ich nach diesem interessanten Tag heimfuhr, dachte ich bereits, dass jeder, der sowas beurteilt, ein Schießtraining durchlaufen sollte – vielleicht auch Richter, die über solche Fälle urteilen müssen. Das meine ich nicht einmal negativ. Aber vielleicht hilft es dabei, alle Perspektiven besser zu beleuchten. Man bekommt wenigstens einen winzigen Einblick, in was für Situationen man als Polizist geraten kann und wie die sich anfühlen können.

Nun hatte ich ja eine Ausbildung im Bereich der Ultraschallgeschwindigkeit. Polizisten üben das über Jahre und immer immer wieder – eben um das Stressniveau zu senken und eben damit sie auch unter Stress deswegen richtig reagieren, weil sie gut geübte Abläufe abrufen können. Dennoch… keine Situation ist so wie die andere…

 

Natürlich ist ein virtuelles Training nicht vergleichbar mit der Realität. Als ich eine Woche danach eine Straftat live sah, und den Notruf betätigte, war mein Stresslevel um einiges höher als im Schießtraining. Das merkte ich daran, dass meine Kleidung mir vom Shirt bis zu den Strümpfen nass am Körper klebte. Aber wie gesagt, es lässt einen erahnen, wie es Menschen in solchen Situationen gehen mag.

 

In dem Zusammenhang mit diesem Notruf auch interessant, dass meine Seele das letzte Szenario auf dem Schießstand noch nicht verarbeitet hatte. Ich war offenbar geschockter davon, dass meine Wahrnehmung da so versagt hatte, als mir zuerst bewusst war. Jedenfalls brauchte es tatsächlich einen Polizisten, der mich 24 Stunden später in Sachen meines Notrufes nach meinen Daten fragte, da ich jetzt Zeugin einer Straftat bin, um mir endlich sicher zu sein, dass mein Notruf auch wirklich und wahrhaftig berechtigt gewesen war – obwohl es an der von mir beobachteten Szene nichts, aber auch gar nichts, misszuverstehen gab.

Sicherlich reagiert nicht jeder mit einem Vertrauensverlust in die eigene Wahrnehmung – und der Verlust war ja nicht heftig genug, dass ich nicht im Endeffekt das Richtige getan hätte.

Aber wenn schon ein virtuelles Trainingsszenario einen solchen Effekt hat, dann kann man sich wenigstens ansatzweise vorstellen, was Menschen teilweise durchmachen, die einen echten Schusswaffengebrauch hinter sich bringen mussten. Selbst wenn man nicht hinter ihnen stehen möchte – so könnte man sich dann doch wenigstens das Drauftreten verkneifen…

Danke, dass ich diesen Einblick bekommen durfte. Auch die Einsatztrainer der Polizei RLP sind einfach klasse!

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