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Am Montagnachmittag (18.01.2021) wurden Beamte der Polizeiinspektion Stein zu einer Sachbeschädigung nach Roßtal gerufen. Kurz darauf bekamen sie es mit der 29-jährigen Tatverdächtigen zu tun, die auf die Polizisten losging.

Gegen 15:00 Uhr kam es zum Streit zwischen der 29-Jährigen und ihrem 54-jährigen Bekannten in der Jahnstraße, in dessen Verlauf die Frau zunächst die Wohnungstür des Mannes beschädigte und dann wegging. Der 54-Jährige rief die Polizei. Noch während die Beamten den Schaden vor Ort aufnahmen, kehrte die Tatverdächtige mehrfach und sichtlich alkoholisiert zu der Wohnung zurück. Die Streife sprach der Frau einen Platzverweis aus, welchem sie nur widerwillig nachkam. Weil sich die 29-Jährige auch weiterhin nicht beruhigen ließ und immer wieder zur Wohnung zurückkehrte, nahmen die Beamten sie schließlich in Gewahrsam. Hiergegen setzte sie sich massiv zur Wehr. Sie schlug und trat in Richtung der Einsatzkräfte und spuckte einer 22-jährigen Polizistin ins Gesicht. Auch nachdem sie von mehreren Beamten gefesselt und in den Streifenwagen verbracht wurde, beruhigte sich die Frau nicht. Sie trat auch im Fahrzeug weiter um sich und beschädigte hier teilweise den Innenraum. Durch den Angriff wurde neben der 22-jährigen Polizistin auch ihr 28-jähriger Kollege leicht verletzt.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft führte ein Arzt auf der Dienststelle eine Blutentnahme bei der Frau durch. Anschließend verblieb sie im polizeilichen Gewahrsam. Gegen die 29-Jährige leiteten die Beamten eine ganze Reihe von Strafverfahren ein. Sie muss sich neben dem Verdacht der Sachbeschädigung nun auch unter anderem wegen des Verdachts der Körperverletzung sowie des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.

PM des PP Mittelfranken vom 19.01.2021

Für Sonntag, 17.01.2021, waren in Nürnberg, Fürth und Stein mehrere Versammlungen von Gegnern der Corona-Maßnahmen angemeldet, die von den zuständigen Sicherheitsbehörden verboten wurden. Das Verbot der Demonstration in Stein wurde nach Klageerhebung durch das Verwaltungsgericht in Ansbach und durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bestätigt. Eine für Nürnberg angekündigte und genehmigte Gegenveranstaltung zogen die Anmelder zurück.

Nürnberg:

Aus dem Umfeld der Corona-Maßnahmen-Kritiker wurden für Sonntag vier Versammlungen angemeldet, die zeitlich versetzt am Hauptmarkt, Kornmarkt/Straße der Menschenrechte, Lorenzkirche und Frauentorgraben stattfinden sollten. Drei dieser Versammlungen hat die Stadt Nürnberg verboten, eine Versammlung wurde zurückgezogen. Das ausgesprochene Verbot galt auch für etwaige Ersatzveranstaltungen.

Über verschiedene einschlägige Social-Media-Kanäle aus der Corona-Gegner-Szene fanden trotz Dementis der Stadt Nürnberg und der ortsansässigen Kirchen, Mobilisierungsaufrufe zur Teilnahme an sog. „Gottesdiensten“ in Nürnberg statt.

Um unzulässige Versammlungen bereits im Ansatz zu unterbinden, wurde temporär der Bereich um die Lorenzkirche und den Hauptmarkt abgesperrt.

Gegen mehrere Personen, die von außerhalb angereist waren, sich im Bereich Hauptmarkt/Lorenzkirche aufhielten und offensichtlich Live-Aufnahmen ins Netz stellten, wurde eine Gefährderansprache durchgeführt und Platzverweise erteilt.

Einzelne Personengruppen, die sich in der Innenstadt nicht an die Infektionsschutzbestimmungen hielten, wurden ebenfalls angezeigt.

Stein:

Eine für den Festplatz in Stein für 17.01.2021 angekündigte Versammlung wurde in enger Abstimmung mit der Polizei durch das Landratsamt Fürth untersagt. Das Verwaltungsgericht Ansbach bestätigte die Rechtmäßigkeit des Verbots. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof lehnte die Beschwerde des Antragsstellers ab und bestätigte das Demonstrationsverbot in Stein.

Fürth:

Aufgrund der erteilten Verbotsverfügungen wurden im Laufe des 16./17.01.2021 mehrere Eilversammlungen sowohl bei der Polizei, als auch bei der Stadt Fürth für das Stadtgebiet Fürth für den 17.01.2021 angemeldet. Nachdem zahlreiche Indizien darauf hindeuteten, dass es sich hierbei um Ersatzveranstaltungen für die bereits verbotene Versammlung in Stein handelte, wurden diese in enger Abstimmung mit der Polizei ebenfalls von der Stadt Fürth untersagt.

In der Kürze der Zeit konnten diese Verbotsverfügungen nicht auf dem sonst üblichen Weg zugestellt werden, weshalb sie den Anmeldern bei deren Eintreffen vor Ort ausgehändigt wurden. Teilweise meldeten diese sofort weitere Spontanversammlungen an, die ebenfalls mit dem Hinweis, dass es sich hier um offensichtliche Ersatzveranstaltungen handelt, verboten wurden.

Als sich trotz der ausgesprochenen Verbote in der Spitze bis zu 350 Gegner der Corona-Maßnahmen im Bereich der Fürther Freiheit und später in Kleingruppen im Stadtgebiet ansammelten, wurden diese sofort von der Polizei aufgefordert, die nicht genehmigte Versammlung zu unterlassen. Nachdem die Personen der Aufforderung nicht sofort nachkamen, wurden Identitätsfeststellungen durchgeführt, Platzverweise erteilt, Kundgebungsmittel (Megaphon,

Musikinstrumente) sichergestellt und die Versammlung unmittelbar aufgelöst. Als sich einzelne Personengruppen zu einem Aufzug formieren wollten, wurde dieser zerstreut und Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz erstattet.

Erlangen:

Im weiteren Verlauf meldeten Demonstrationsteilnehmer weitere Spontanversammlungen für Erlangen an. Nach Rücksprach zwischen Polizei und Sicherheitsbehörde, wurden diese als Ersatzveranstaltung gewertet und ebenfalls verboten. In der Spitze waren hier bis zu 200 Personen anzutreffen. Nachdem einzelne Gruppen dennoch versuchten eine Versammlung durchzuführen, wurde dies unterbunden und Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz erstattet.

Die Bilanz des Einsatzgeschehens:

410 Identitätsfeststellungen

551 Platzverweise

7 vorläufige Festnahmen

7 Anzeigen Versammlungsgesetz

231 Verstöße nach dem Infektionsschutzgesetz

2 Anzeigen wegen Beleidigung

1 Anzeige wegen Sachbeschädigung

4 Anzeigen wegen des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse

4 Anzeigen wegen Widerstands gg. Vollstreckungsbeamte

Die mittelfränkische Polizei war mit zahlreichen Kräften im Einsatz. Unterstützt wurden sie dabei von Einsatzkräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei.

PM des PP Mittelfranken vom 17.01.2021

Jahrelang verschickte ein 57 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt Briefe mit Hassbotschaften und Beleidigungen an einen Nürnberger Zeitungsverlag und Privatpersonen aus Franken. Beharrliche Ermittlungen durch das zuständige Staatsschutzkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei führten nun zu dem Tatverdächtigen.

Beginnend im Jahr 2016 verschickte der Tatverdächtige über 40 handgeschriebene Postkarten und Briefe an verschiedene Empfänger vorwiegend aus dem Raum Mittelfranken. Offensichtlich wählte er diese meist aufgrund von Presseberichten und Artikeln einer mittelfränkischen Tageszeitung aus.

In unflätiger Weise beschimpfte er dabei die Adressaten und beleidigte und bedrohte diese massiv. So kündigte er an, verschiedene Geschädigte Zuhause aufzusuchen und zu töten. Viele der Schreiben enthielten einen religiösen Bezug und bösartige antisemitische Äußerungen. Außerdem brachte der 57-Jährige Sympathien für rechtsradikale Attentäter zum Ausdruck. Daher wurden die Ermittlungen in der Angelegenheit durch das Staatsschutzkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei geführt.

Aufgrund der massiven Drohungen wurden durch die Polizei Gefährdungsanalysen zu den angeschriebenen Personen durchgeführt und in Einzelfällen sogar zeitweise Schutzmaßnahmen veranlasst. Zwar konnte die Spurensicherung der Kriminalpolizei eine mutmaßliche DNA-Spur des Briefeschreibers sichern – diese führte aber zu keinem Treffer in den polizeilichen Datenbanken.

Da die anonymen Briefe durch den Tatverdächtigen unregelmäßig und an verschiedene Empfänger verschickt wurden, ergaben sich für die Polizei kaum Ansätze zur Klärung der Serie. Der Mann blieb daher vorerst ein Phantom.

Intensive kriminalpolizeiliche Ermittlungen in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth führten letztlich dazu, dass erst der Wohnort und schließlich auch der Briefeschreiber selbst herausgefunden wurde.

Über Jahre hatte sich der Tatverdächtige sicher gefühlt und immer wieder seine Hassbotschaften verschickt – am Montag (11.01.2021) klingelte nun die Kriminalpolizei mit einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Nürnberg bei ihm.

Im Rahmen einer anschließend durchgeführten Vernehmung räumte er alle Taten ein.

Eine persönliche Beziehung zu den Geschädigten lag in keinem Fall vor.

PM des PP Mittelfranken vom 15.01.2021

In den frühen Samstagmorgenstunden (09.01.2021) versuchte eine 19-Jährige im Nürnberger Stadtteil Gostenhof Polizeibeamte zu beißen. Sie musste in die Obhut einer Fachklinik übergeben werden.

Gegen 01:00 Uhr verlor eine 19-Jährige in Nürnberg Gostenhof die Kontrolle über ihr Handeln und bedrohte hierbei auch Familienmitglieder. Die verständigte Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Nürnberg-West stellte vor Ort fest, dass sich die 19-Jährige offensichtlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand und entsprechende medizinische Hilfe erforderlich war.

Daraufhin verließ die 19-jährige die Wohnung, setzte sich auf eine Parkbank vor dem Anwesen und schrie wirre Dinge. Zudem begann sie die anwesenden Polizeibeamten zu beißen, was trotz mehrmaliger Versuche nicht gelang. Nachdem die 19-jährige immer weiter in Rage geriet, musste sie unter Anwendung von körperlicher Gewalt gefesselt werden. Hierbei trat sie nach den Einsatzkräften und bespuckte diese mehrfach.

Da die 19-Jährige weiter die Beamten bespuckte, musste ihr eine Spuckschutzhaube aufgesetzt werden. Ein Beamter wurde im Verlauf des Einsatzes leicht verletzt, konnte seinen Dienst jedoch fortsetzen.

Die 19-Jährige wurde in die Obhut einer fachärztlichen Klinik übergeben. Zudem muss sie sich nun unter anderem wegen des Verdachts des Tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und der Körperverletzung strafrechtlich verantworten.

PM des PP Mittelfranken vom 10.01.2021

Am Donnerstagnachmittag (07.01.2021) verletzte ein unbelehrbarer Maskenverweigerer einen Polizeibeamten im Nürnberger Stadtteil Johannis. Zuvor wollte der Mann vehement ein Ladengeschäft ohne Mund-Nasen-Schutz betreten.

Gegen 16:00 Uhr teilte der Marktleiter eines Ladengeschäfts der Polizei mit, dass ein Mann vehement versuche das Geschäft ohne das Tragen einer Alltagsmaske zu betreten. Zuvor baten Angestellte des Geschäfts den 46-Jährigen mehrfach zum Einkauf den erforderlichen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Da sich der Mann weiterhin weigerte der Aufforderung nachzukommen, erteilte der Marktleiter dem 46-Jährigen Hausverbot.

Als der 46-Jährige weiterhin versuchte in das Geschäft zu gelangen, verständigte der Marktleiter die Polizei. Die alarmierte Streifenbesatzung traf den Mann vor Ort an, als er weiterhin versuchte das Geschäft zu betreten. Die Aufforderung dem Hausverbot nachzukommen ignorierte der Mann und griff die Beamten körperlich an.

Daraufhin musste der Mann zu Boden gebracht und Handfesseln angelegt werden.

Hierzu musste aufgrund der Gegenwehr des 46-Jährigen körperliche Gewalt angewendet werden. Der 46-Jährige wurde vorläufig festgenommen. Durch den Angriff des Mannes erlitt ein Polizeibeamter leichte Rückenverletzungen, konnte seinen Dienst jedoch weiter fortsetzen.

Der 46-Jährige muss sich nun unter anderem wegen des Verdachts des Tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz verantworten.

PM des PP Mittelfranken vom 08.01.2021

Mehrere Gegner der derzeit bestehenden Infektionsschutzbestimmungen behinderten am Mittwochnachmittag (06.01.2021) mit ihren Fahrzeugen massiv den Straßenverkehr auf der BAB 73. Die Polizei unterband dies umgehend, leitete mehrere Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitenverfahren ein und ließ einige Fahrzeuge abschleppen.

Im Laufe des Tages erlangte die mittelfränkische Polizei Kenntnis davon, dass mehrere offensichtliche Gegner der derzeit im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie geltenden Beschränkungen, möglicherweise Blockadeaktionen mit Fahrzeugen auf der Autobahn durchführen wollen. Aufgrund dieser Erkenntnis wurden zahlreiche Einsatzkräfte hinzugezogen und entsprechend sensibilisiert.

Gegen 16:15 Uhr stellten Polizeibeamte der Verkehrspolizei Erlangen acht Fahrzeuge fest, die die BAB 73 von Erlangen kommend in Richtung Nürnberg befuhren. Die Fahrzeuge waren teilweise beschriftet bzw. bemalt und u. a. mit Fähnchen oder Schildern versehen. Im weiteren Verlauf fuhren die Fahrzeuge neben- bzw hintereinander und verlangsamten die Geschwindigkeit teilweise auf deutlich unter 50 km/h, sodass nachfolgende Verkehrsteilnehmer teilweise stark bremsen und nicht mehr vorbeifahren konnten. Dieses Fahrverhalten stellte eine erhebliche Gefährdung für den nachfolgenden Verkehr dar. Um diese abzuwenden, sicherten die Einsatzkräfte der Polizei den Fahrzeugtross entsprechend ab.

Im Bereich der Jansenbrücke konnten acht Fahrzeuge, die an der vorangegangenen Aktion beteiligt gewesen waren, durch Einsatzkräfte des Unterstützungskommandos Mittelfranken und der Verkehrspolizei Erlangen angehalten und einer Kontrolle unterzogen werden. Gegen die Fahrzeugführer wurden Ermittlungsverfahren u. a.

wegen des Verdachts der Nötigung sowie des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet. Außerdem werden mehrere Personen wegen versammlungsrechtlicher Verstöße zur Anzeige gebracht.

Die an der Aktion beteiltigte Fahrzeuge wurden sichergestellt.

Auf einem Firmenparkplatz in Fürth trafen weitere Einsatzkräfte weitere fünf Fahrzeuge an, die in ähnlicher Weise gekennzeichnet waren. Auch gegen diese Personen wurden Ermittlungen eingeleitet.

Die Polizei sucht in diesem Zusammenhang Zeugen, insbesondere weitere Fahrzeugführer, die durch das o. b. Fahrmanöver behindert und/oder gefährdet wurden. Sachdienliche Hinweise nimmt die Verkehrspolizei Erlangen unter der Telefonnummer 09131/7600 entgegen.

Im Einsatz waren außerdem Kräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei eingesetzt.

PM des PP Mittelfranken vom 06.01.2021

Gegen 12:20 Uhr leistete eine 51-jährige Frau Widerstand indem sie einem Polizeibeamten, der sich unweit des U-Bahnhofes Opernhaus in einer Absperrkette befand, ins Gesicht schlug. Im Rahmen ihrer darauffolgenden Festnahme fiel ein Mann im Gerangel zu Boden, konnte dann selbstständig wieder aufstehen und seinen Weg fortsetzen. Der verletzte Polizeibeamte war trotz einer Verletzung im Gesicht weiterhin dienstfähig.

PM (auszugsweise) des PP Mittelfranken vom 03.01.2021

Am Freitag (01.01.2021) randalierte ein 45-Jähriger in seiner Wohnung im Nürnberger Stadtteil Wöhrd und warf Gegenstände aus dem Fenster im ersten Stock. Er wurde in einer Fachklinik untergebracht.

Gegen 13:45 Uhr wurden Beamte der PI Nürnberg-Ost zu einer Wohnung in der Flötnerstraße gerufen. Ein 45-jähriger Mann randalierte und warf diverse Gegenstände aus seinem Fenster im ersten Obergeschoss.

Nachdem er nach mehrfacher Aufforderung die Tür nicht aufmachte, wurde diese durch die Beamten geöffnet. Im Schlafzimmer angetroffen ging der Mann unmittelbar auf die Polizisten los und schlug einem Beamten mit der Faust ins Gesicht. Er wurde mittels unmittelbaren Zwangs zu Boden gebracht. Hierbei schlug er wild um sich und biss einen Beamten in den Unterarm.

Nach Hinzuziehung weiterer Einsatzkräfte konnte der 45-Jährige schließlich fixiert und zur Dienststelle gebracht werden.

Durch die massiven Widerstandshandlungen wurden drei Beamte verletzt. Ein Beamter ist auf Grund dessen derzeit dienstunfähig.

Der Beschuldigte wurde durch oberflächliche Kratzer leicht verletzt.

Auf Grund seines psychisch auffälligen Zustandes wurde er im Anschluss an die Sachbearbeitung in eine Fachklinik gebracht.

Ermittlungen wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte wurden eingeleitet.

PM des PP Mittelfranken vom 03.01.2021

Am Freitagabend (01.01.2020) kam es in einer Wohnung im Nürnberger Westen zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Personen. Ein 32-jähriger Mann wurde daraufhin in Gewahrsam genommen.

Gegen 18:00 Uhr wurde der Polizei eine Streitigkeit in der Fürther Straße mitgeteilt. Die Mitteilerin gab an, dass es in deren Wohnung zu einer verbalen Auseinandersetzung mit einem Bekannten gekommen war. Dieser wäre nun sehr aggressiv, alkoholisiert und wolle ihre Wohnung nicht verlassen.

Bei Eintreffen einer Streife der PI Nürnberg-West stand der 32-Jährige auf dem Gehweg vor dem Wohnanwesen. Auf Ansprache reagierte er sofort sehr aufgebracht und schrie die Beamten an. Eine Kommunikation war auf Grund dessen nur sehr schwer bis gar nicht möglich. Nachdem er der Aufforderung, die Örtlichkeit zu verlassen nicht nachkam und sich weiterhin verbal aggressiv zeigte, wurde ihm die Gewahrsamnahme erklärt. Nachdem ihm angekündigt worden war, dass er zu Eigensicherungsgründen durchsucht werden soll, fing er an, sich auszuziehen.

Dies konnte durch die Beamten teilweise unterbunden werden.

Auf Grund seines weiterhin aggressiven Verhaltens wurde er zur Durchsetzung des Gewahrsams unter Anwendung unmittelbaren Zwangs, in Form einfacher körperlicher Gewalt, zu Boden gebracht, gefesselt und zur Dienststelle verbracht.

In der Haftzelle setzte er sein gezeigtes Verhalten fort. Er war nicht zu beruhigen und fing an, mit seinem Kopf gegen die Wand zu schlagen. Durch das Anlegen von Handfesseln wurde die Fortsetzung der Selbstverletzungsversuche unterbunden, zudem wurde ein Arzt hinzugezogen.

Auf Grund seines psychisch sehr auffälligen Verhaltens, wurde er im Anschluss in einer Fachklinik untergebracht.

Ein durchgeführter Alkoholtest ergab einen Atemalkoholwert von knapp über einem Promille.

Im Nachgang an den Polizeieinsatz wurde in verschiedenen sozialen Medien ein Video hochgeladen, welches die Anwendung des unmittelbaren Zwangs der Polizeibeamten gegenüber dem 32-Jährigen zeigt. Der Ausschnitt zeigt lediglich einen Teil des gesamten polizeilichen Einschreitens. Die Videosequenz wurde seitens der Polizei gesichert und wird derzeit geprüft.

PM des PP Mittelfranken vom 02.01.2021

Eine durchwegs positive Bilanz zieht das Polizeipräsidium Mittelfranken zum Einsatzgeschehen am Jahreswechsel. Mit Ausnahme von Einzelfällen hielt sich die Bevölkerung an die infektionsschutzrechtlichen Bestimmungen. Auch das Verbot des Abbrennens von Feuerwerkskörpern und die nächtliche Ausgangssperre wurden weitestgehend eingehalten.

Ein ganz besonderes, ein herausragend „anderes“ Jahr ging zu Ende. Ein Jahr, das uns allen viel abverlangt hat. Wie das gesamte Jahr 2020 verlief auch die Silvesternacht etwas anders als in den Jahren zuvor.

Im Zeitraum zwischen dem 31.12.2020 (19:00 Uhr) und dem 01.01.2021 (07:00 Uhr) dokumentierte die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Mittelfranken insgesamt 577 Einsätze. Der Schwerpunkt der Einsätze lag hierbei bei gemeldeten 125 Ruhestörungen. Im Vorjahr wurden diesbezüglich lediglich 28 Fälle verzeichnet.

Die Anzahl der Körperverletzungen (15) und Sachbeschädigungen (8) lag auf einem vergleichsweise sehr niedrigem Niveau. Insgesamt registrierte die mittelfränkische Polizei bei ihren Einsätzen fast ausschließlich leicht verletzte Personen (19).

Nach 21:00 Uhr waren die Straßen in Mittelfranken aufgrund der Ausgangssperre praktisch menschenleer. Bei der Einsatzzentrale gingen zwar zahlreiche Hinweise zu Böllerschüssen oder vermeintlich größeren Feiern in der Nachbarschaft ein – in vielen Fällen konnte die anfahrende Polizeistreife aber keine Verstöße gegen die infektionsschutzrechtlichen Bestimmungen (mehr) feststellen.

Ein schwerwiegender Vorfall ereignete sich gegen 22:00 Uhr in einer Wohnung in Ansbach. Ein Mann hatte dort Wachs auf dem Herd aufgekocht. Aus bisher ungeklärten Gründen kam es dabei zu einer Explosion/Verpuffung. Durch diese erlitt der 60-Jährige Verbrennungen an den Fingern und musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden. An der Fassade sowie an den Türen und Fenstern des Gebäudes entstand ein größerer Sachschaden von schätzungsweise 50.000 Euro.

Gegen 22:00 Uhr wurden zwei Männer in der Allersberger Straße durch eine Polizeistreife kontrolliert. Einen triftigen Grund für den Verstoß gegen die Ausgangssperre konnten sie nicht vorbringen. Bei der anschließenden Identitätsfeststellung weigerte sich einer der Männer (19) zuerst seine Personalien herauszugeben und gab dann mehrfach falsche Identitäten an. Da er sich durchgehend aggressiv zeigte und die Polizeibeamten beleidigte, wurde er in Gewahrsam genommen. Hierbei leistete er Widerstand, wodurch ein Beamter leicht verletzt wurde. Er blieb jedoch weiterhin dienstfähig. Da der stark alkoholisierte Mann keinen festen Wohnsitz hatte, wurde durch die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Haftantrag gestellt.

Um Mitternacht wurden hörbar an verschiedenen Orten Böller gezündet und auch vereinzelt Raketen abgeschossen. Dies führte auch zu einem starken Anstieg der Anrufe bei der Einsatzzentrale. Dennoch kann hierbei von Einzelfällen gesprochen werden; selbst im Ballungsraum Nürnberg blieb es vergleichsweise ruhig.

Viele der Mitteilungen konnten durch die anfahrenden Streifen nicht bestätigt werden. Statt 10 mitgeteilter Personen bei einer Party im Landkreis Ansbach wurden beispielsweise nur zwei Personen angetroffen und zur Ruhe ermahnt. In einem anderen Fall meldete ein Anwohner aus dem Nürnberger Stadtteil Laufamholz zwanzig Personen, die auf der Straße mit Raketen und lauter Musik feien sollten.

Die umgehend eintreffende Streife stellte nur eine einzige Person in einem privaten Garten fest.

Gegen 03:00 Uhr kam es im Bereich des Vestnertorgrabens noch zu einem größeren Einsatz. Durch eine Streifenbesatzung der PI Nürnberg-Mitte wurde eine Gruppe von ca. 10 Personen angetroffen und einer Kontrolle unterzogen. Ein 60-Jähriger versuchte sich zu entfernen und blieb auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht stehen. Er wurde durch einen Beamten festgehalten. Eine Frau aus der Gruppe (28) versuchte ihren Bekannten zu befreien, indem sie einen Beamten anging, schubste und dem Polizisten die getragene Body Cam entriss. Gegen die 28-Jährige und eine weitere männliche Person aus der Gruppe (58) musste im weiteren Verlauf Pfefferspray eingesetzt werden, da beide die polizeilichen Maßnahmen massiv störten und Widerstand leisteten. Die genannten drei Personen wurden zur Dienststelle gebracht. Beim Verbringen der 28-Jährigen in das Dienstfahrzeug wehrte sich diese erneut in Form von Schlägen, Tritten und Zwicken der Beamten.

Bei den Widerstandhandlungen wurden 2 Beamte leicht verletzt, beide sind weiterhin dienstfähig.

Abschließend kann festgestellt werden, dass sich auch in der Silvesternacht der weit überwiegende Teil der Bevölkerung an die geltenden Bestimmungen gehalten hat.

Das Polizeipräsidium Mittelfranken setzte von Beginn der Pandemie an auf die Vernunft und die Einsicht der Menschen. Dieses Vertrauen wurde bis zuletzt nicht enttäuscht. Das Konzept, gegen Uneinsichtige und Unbelehrbare konsequent vorzugehen, andererseits aber durchgehend mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl zu agieren, hat sich bewährt.

Das primäre Ziel der Ausgangssperre und des Verbotes von Feuerwerken – nämlich Krankenhäuser in der derzeit bereits sehr angespannten Situation nicht noch mehr zu belasten – konnte dank des umsichtigen Verhaltens der Bevölkerung erreicht werden: im Gegensatz zu anderen Jahreswechseln kam es zu keinen schweren Verletzungen durch Feuerwerkskörper.

Die Polizei bedankt sich ausdrücklich bei den Bürgerinnen und Bürgern für das vorbildliche Verhalten und wünscht ein – vor allem gesundes – neues Jahr 2021.

Auch zukünftig werden wir diese, für alle schweren Zeiten, nur gemeinsam bewältigen können.

PM des PP Mittelfranken vom 01.01.2021