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Am Dienstagnachmittag (3. Dezember) haben Zivilfahnder der Polizei Köln einen falschen Polizisten (33) in Nippes auf frischer Tat festgenommen, als er bei einer Kölnerin (60) 30.000 Euro abholen wollte. Möglich gemacht hatte die Festnahme ein aufmerksamer Arbeitskollege der 60-Jährigen. Der Kölner reagierte geistesgegenwärtig, als seine Kollegin von einem angeblichen Polizeibeamten am Telefon aufgefordert wurde, ihr Erspartes abzuheben. Angeblich, so der anrufende Betrüger, solle das Geld vor einem bevorstehenden Bankbetrug in Sicherheit gebracht werden. Während die Angerufene sich auf den Heimweg machte, um ihr Sparbuch zu holen, rief der Zeuge bei der richtigen Polizei an und äußerte seinen Betrugsverdacht. Ein Streifenteam fuhr zu der 60-Jährigen nach Hause und klärte sie auf.

Unter Anleitung der Kölner Polizisten telefonierte die 60-Jährige noch mehrmals mit den falschen Ermittlern und vereinbarte, das Geld in einer blauen Plastiktüte aus dem Fenster ihrer Wohnung zu werfen. Als der 33-jährige Verdächtige gegen 16 Uhr in der Werkstattstraße auftauchte und die vermeintlich gut gefüllte Tüte einsammelte, griffen Zivilpolizisten zu. Ein Haftrichter schickte den Mann in Untersuchungshaft.

PM des PP Köln vom 04.12.2019

Der Polizeiinspektion Schwandorf wurde kürzlich bekannt, dass für Samstag, den 30.11.2019 durch eine als rechtsextremistisch eingestufte Gruppierung ein Rechtsrockkonzert in den Räumlichkeiten einer Schwandorfer Gastwirtschaft geplant war. Die Gruppierung hatte einen Nebenraum unter dem Vorwand einer privaten Weihnachtsfeier angemietet.

Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse erließ das Ordnungsamt der Großen Kreisstadt Schwandorf in enger Abstimmung mit der Polizei eine Allgemeinverfügung, die sämtliche Musikveranstaltungen mit rechtsextremistischem Gedankengut im gesamten Gebiet der großen Kreisstadt Schwandorf in der Zeit von 29.11.2019 bis 02.12.2019 untersagte.

Am späten Nachmittag des 30.11.2019 wurden in den angemieteten Räumlichkeiten ca. 15 Personen, die der rechtsextremistischen Gruppierung „Bollwerk Oberpfalz“ zugeordnet werden konnten, angetroffen. Durch den Veranstalter wurde mitgeteilt, dass es sich um eine private Überraschungsparty anlässlich eines Geburtstages handeln würde, bei der keine Musikdarbietungen geplant seien.
Aufgrund der vorliegenden Tatsachen wurde dem Veranstalter durch die Polizei auf Grundlage der Allgemeinverfügung der Stadt Schwandorf jedwede Musikdarbietung an diesem Abend untersagt.

Im weiteren Verlauf des Abends wurden sowohl ein Liedermacher, als auch eine Musikgruppe, beide werden dem rechtsextremistischen Spektrum zugeordnet, einer Polizeikontrolle unterzogen. Vor dem Hintergrund der Allgemeinverfügung wurden die Musikinstrumente samt Zubehör des Liedermachers und der Musikgruppe präventiv bis zum Ende der Veranstaltung sichergestellt. Weiterhin wurden durch die Kontrollen der Polizei mehrere Pkw mit überregionalen Veranstaltungsteilnehmern festgestellt.

Zu diesem Zeitpunkt wurde von einer Teilnehmerzahl von insgesamt ca. 60 Personen ausgegangen.

In Anbetracht der Gesamtumstände lag nun nach polizeilicher Bewertung eine nicht angemeldete Veranstaltung mit überörtlichem rechtsextremistischem Bezug vor, die durch die Allgemeinverfügung der Stadt Schwandorf zu untersagen und aufzulösen war.

Gegen 22:15 Uhr wurde dem Veranstalter durch den Einsatzleiter der Polizei mitgeteilt, dass die Veranstaltung mit sofortiger Wirkung zu beenden ist und die Räumlichkeiten zu verlassen sind.

Die Veranstaltungsteilnehmer kamen der polizeilichen Aufforderung nach, sodass die Räumlichkeiten gegen 23:00 Uhr geräumt waren. Ein 43-jähriger Mann musste aufgrund seiner Alkoholisierung und Aggressivität in Sicherheitsgewahrsam genommen werden.

Anschließend begaben sich ca. 30 Personen in die Schwandorfer Innenstadt, um dort das Nachtleben zu genießen. Aufgrund der weiterhin starken Polizeipräsenz kam es zu keinen Straftaten.

Im Ergebnis kam es aufgrund der engen und sehr guten Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden im gesamten Verlauf des Abends zu keinerlei Sicherheitsstörungen.

PM der PI Schwandorf vom 04.12.2019

Zwei Täter ergaben sich, als die Polizisten den Einsatz des Diensthundes „Sam“ androhten.

Eine aufmerksame Zeugin (41) bemerkte am Donnerstag (28. November) um 19:50 Uhr den Taschenlampenschein zweier Männer auf dem Grundstück ihrer Nachbarn im Fritz-Uhde-Weg. Die Zeugin wählte den Notruf 110 der Polizei und schilderte ihre Beobachtungen. Mehrere Streifenwagenbesatzungen umstellten das Gebäude. Einen Fluchtversuch unterbanden die Beamten und die Täter begaben sich zurück ins Wohnhaus. Ein Diensthundführer drohte den Einsatz seines Hundes an, worauf sich die Täter (24/26) ergaben und widerstandslos festnehmen ließen. Im Wohnhaus stellten weitere Beamte fest, dass sich die beiden Täter durch eine eingeschlagene Terrassentür Zutritt verschafft, sämtliche Räume betreten und Schränke durchwühlt hatten. Ein Familienangehöriger erschien vor Ort und übernahm die Sicherung des Gebäudes. Im Zuge der folgenden Sachbearbeitung, die sich bis zum späten Freitagnachmittag hinzog, wurden die beiden Beschuldigten, welche über keinerlei festen Wohnsitz in der Bundesrepublik verfügen, beim örtlichen Amtsgericht vorgeführt und gingen in Haft.

Ein besonderes Lob erhielt die Zeugin (41). Nur durch ihre sofortige und folgerichtige Handlung gelang es den Polizisten, die beiden Einbrecher festzunehmen.

PM der KPB Rhein-Erft-Kreis vom 03.12.2019

Zivilfahnder des Polizeikommissariats 38 (PK 38) nahmen heute in den frühen Morgenstunden zwei Männer und eine Frau vorläufig fest, die verdächtig sind, zuvor größere Mengen Kupferkabel bei einem Altmetallhandel gestohlen zu haben.

Die Beamten wurden in Tonndorf auf ein mit drei Personen besetztes Fahrzeug mit polnischen Kennzeichen aufmerksam, welches offenbar stark überladen war. Sie folgten dem VW Golf Kombi bis nach Barmbek-Nord, wo der Wagen vom Fahrer gestoppt wurde. Die beiden männlichen Fahrzeuginsassen entluden im weiteren Verlauf das Fahrzeug und schafften augenscheinlich mehrere Kupferkabel in eine dort befindliche Wohnung. Die Frau, welche sich zuvor im Fahrzeug befunden hatte, verblieb anschließend in der Wohnung, während die beiden Männer mit dem Pkw abfuhren.

Die Fahnder hielten den Wagen in der Habichtstraße an und nahmen die beiden Insassen, einen 44-jährigen Deutschen und einen 23-jährigen Italiener, wegen des Verdachts des Kupferdiebstahls vorläufig fest. In dem Pkw stellten die Beamten ca. 500 kg Kupfermaterialien sowie umfangreiches mutmaßliches Einbruchswerkzeug sicher. Da die Eigentumsverhältnisse des Fahrzeugs ungeklärt waren, wurde auch dieses von den Beamten sichergestellt. Der 44-jährige Fahrer des Golfs konnte keine gültige Fahrerlaubnis vorweisen. Stattdessen führte er eine nicht unerhebliche Menge Haschischprodukte mit sich und stand offenbar auch unter dem Einfluss berauschender Mittel. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen.

Die Frau, die mit den Männern zuvor im Fahrzeug gesessen hatte, konnten die Fahnder in der Wohnung eines 39-Jährigen antreffen, in die die Kupferkabel getragen worden waren. Die 30-jährige Deutsche wurde ebenfalls vorläufig festgenommen. In der Küche der Wohnung stellten die Beamten weitere ca. 300 kg Kupferkabel fest, die sie ebenfalls sicherstellten.

Schnell fanden die Polizisten heraus, wo die Kupfermengen fehlten: Bei einem Altmetallhändler in der Schimmelmannstraße war eingebrochen worden.

Mangels Haftgründen wurden die Festgenommenen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Die weiteren Ermittlungen werden bei dem für die Region Wandsbek zuständigen Landeskriminalamt 15 (LKA 15) geführt und dauern an.

PM der POL Hamburg vom 02.12.2019

Am Montag, 25.11.2019, beteiligen sich Polizistinnen und Polizisten der Polizei Bielefeld mit einen Fahndungs- und Kontrolltag am landesweiten Aktionstag im Kontext der „Aachener Erklärung“.

Größere Kontrollen zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Eigentumskriminalität, insbesondere des Wohnungseinbruchdiebstahls, fanden im Bereich der Bielefelder Innenstadt statt. Die Bekämpfung der Einbruchskriminalität, gerade durch organisierte mobile Banden, ist ein wichtiger Teil der polizeilichen Arbeit im Polizeipräsidium Bielefeld. Ziel der Kontrollen war es, den Fahndungs- und Kontrolldruck auf die Täter zu erhöhen sowie strategisch bedeutsame Informationen zu erlangen. Sie dienen der Erkenntnisgewinnung über Tätergruppierungen. Der grenzüberschreitende Informationsaustausch unterstützt zudem die Ermittlungen von Tätern, die Auffindung von Beute sowie die Aufhellung von Bandenstrukturen. Die Polizisten überprüften in Bielefeld, vorwiegend im Bereich des Kesselbrinks und der Herbert-Hinnendahl-Straße, 65 Personen und 15 Fahrzeuge. Bei den Kontrollen erwischten die Beamten zwei Männer gegen die Haftbefehle vorlagen und nahmen sie fest. Gegen zehn Personen fertigten die Polizisten Strafanzeigen wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Dabei stellten sie eine nennenswerte Anzahl von Tütchen sicher, die vermutlich mit Marihuana gefüllt waren. Drei Männer nahmen die Polizisten vorläufig fest, nachdem sie beim Handel mit Drogen erwischt worden waren. Bei einem 46-jährigen Bielefelder fanden die Beamten ein verbotenes Einhandmesser Messer und stellten es ebenfalls sicher. Ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitenverfahren wurde eingeleitet.

PM des PP Bielefeld vom 26.11.2019

Das sprichwörtliche „Licht ins Dunkle“ haben Polizeibeamte nach einem nicht ganz alltäglichen Notruf am Freitagabend (22.11.) gebracht.
Kurz vor 18 Uhr hatte das Telefon bei der Leitstelle geklingelt, mit einer verzweifelten Stimme am anderen Ende, die um Hilfe bat. Weil das Licht in der Wohnung nicht mehr funktionierte wusste sich ein 95 und 93 Jahre altes Ehepaar in seiner Verzweiflung nicht anders zu helfen und hatte die 110 gewählt. Nicht umsonst. Sofort machten sich die Ordnungshüter auf dem Weg zu dem alten Paar, setzten die herausgesprungene Sicherung wieder ein und verhalfen so dem Abend der Eheleute zu einem guten Ende.

PM des PP Südhessen vom 25.11.2019

Zivilfahndern der Bundespolizei fiel am Samstag, den 23. November 2019, gegen 16.00 Uhr, ein 18-Jähriger auf, der im Verdacht steht, bereits am 14.11. im Hauptbahnhof einen Rucksack bzw. aus einer Parfümeriefiliale Parfüm im Wert von 500 EUR entwendet zu haben. Personalien zu der Person lagen nicht vor, lediglich Fahndungsbilder.

Bei ihm befand sich noch eine zweite Person, wie sich später herausstellen sollte, ein ebenfalls 18-jähriger Mann. Die Bundespolizeibeamten informierten, nachdem sich die beiden Personen Richtung Hauptwache aufgemacht hatten, ihre Kollegen der Frankfurter Polizei, die sich nun ebenfalls in die Maßnahmen einbrachten.

Zunächst konnte man beobachten, wie die beiden Personen sich ins Allerheiligenviertel begaben und dort einen mitgeführten Rucksack deponierten.
Anschließend führte sie ihr Weg zielstrebig zu einem Kaufhaus auf der Zeil, wo man Parfüm entwendete. Hierbei wurden sie von den durch die Fahnder informierten Ladendetektiven festgenommen.

Nachdem sie das Kaufhaus wieder verlassen hatten, wurden sie weiter beobachtet.
An der Hauptwache versuchten sie einen Taschendiebstahl. Während einer der beiden tatverdächtigen 18-Jährigen die Hand in die Tasche steckte, schirmte der andere die Tat vor der Öffentlichkeit durch seinen Körper ab. Offensichtlich fand man jedoch nichts Wertvolles und ließ von seinem Opfer ab.

Einer der 18-Jährigen begab sich nun zurück ins Allerheiligenviertel, wo er sich mit zwei Männern, 66 und 24 Jahre alt, traf. Diesen übergab er den zuvor deponierten Rucksack, in dem sich zwei hochpreisige Winterjacken und zwei Parfums im Wert von zusammen etwa 750 EUR befanden. Das Stehlgut wurde im Wagen des 66-Jährigen deponiert, der in der Albusstraße geparkt stand.

Schließlich trafen sich die beiden 18-Jährigen auf der Zeil wieder, wo sich noch ein 22-Jähriger dazugesellte. Dieser führte bereits zu diesem Zeitpunkt eine Tasche mit Elektroartikeln mit sich. Mit seiner Tasche begab sich der 22-Jährige ins Allerheiligenviertel, wo er sich ebenfalls mit dem 66- und dem 24-Jährigen traf, um seine Tasche zu übergeben. Bei dem Versuch, die Tasche im Wagen zu deponieren, wurden die drei Männer festgenommen.

Zur gleichen Zeit befanden sich die beiden 18-Jährigen weiter auf Diebestour.
Ihre Festnahme erfolgte auf der Zeil, wo sie aus einem Geschäft zwei hochwertige Hartschalenkoffer (im Wert von etwa 1.500 EUR) entwendet hatten.

Die Ermittlungen, wegen Diebstahls und Hehlerei, werden fortgesetzt.

PM des PP Frankfurt a.M. vom 24.11.2019

Am Freitag den 22. November 2019 lud die Landespolizeidirektion Kärnten ins Kulturhaus der
Gemeinde Frauenstein in Kraig zu einem Benefizkonzert. Der Spendenerlös des Abends kommt
einem schwer erkrankten Polizisten im Bezirk St. Veit an der Glan zu Gute.
Neben Personen des öffentlichen Lebens waren auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen sowie
Musikbegeisterte der Einladung von Landespolizeidirektorin Mag. Dr. Michaela Kohlweiß zu dieser
Veranstaltung gefolgt.
Gestaltet wurde das Konzert von der Polizeimusik sowie dem Polizeichor Kärnten. Die Polizeimusik
spielte neben klassischen Stücken, wie Johann Strauss, auch Zeitgenössisches von Rainhard Fendrich.
Mit dem Potpourri „TV-Kultabend“ brachte die Polizeimusik Titelmelodien bekannter Fernsehserien
der 1980er- und 1990er-Jahre in Erinnerung. Der Polizeichor präsentierte sich international und
spannte den gesanglichen Bogen von „Tebe Poem“, einem altrussischem Kirchengesang von Dimitri
Stepanowitsch Bortnjanski bis nach Süditalien. Mit „Funiculì, Funiculà“ wurde recht schwungvoll eine
heute nicht mehr existente Standseilbahn auf den Vesuv besungen.
Im Anschluss an das Konzert konnten sich die vielen Besucherinnen und Besucher bei einer kleinen
Agape über das Konzerterlebnis austauschen.

PA der LPD Kärnten vom 23.11.2019

Am 22.11.2019 kontrollierten Beamte des Inspektionsdienstes Erfurt-Süd eine männliche Person in der Nähe des Erfurter Bahnhofes.
Bei der Überprüfung der Personalien stellte sich heraus, dass gegen den 24-jährigen Mann zwei Vollstreckungshaftbefehle in einer Gesamthöhe von 920,- Euro vorlagen. Da er vor Ort nicht sofort bezahlen konnte, wurde er zur Dienststelle verbracht. Der Mann kontaktierte daraufhin einen guten Freund, welcher zusagte, ihm das Geld auszulegen. Nachdem der hilfsbereite Geldbote seinen Ausweis mit dem offenen Geldbetrag an die Beamten übergab, wurden auch seine Personalien überprüft. Zur großen Überraschung des gütigen Geldboten und zur Erheiterung der Beamten, wurde auch gegen ihn ein Vollstreckungshaftbefehl in fast gleicher Höhe festgestellt. Nun war also der Freund aus dem Schneider und der Geldbote „in Nöten“. Ein dritter Freund sprang nun für den Geldboten in die Bresche und löste diesen auf der Dienststelle aus… ohne weiteren Haftbefehl…

PM der LPI Erfurt vom 23.11.2019

Saarbrücken/Alzira. Gemeinsame Ermittlungen der spanischen Polizei und dem Landespolizeipräsidium Saarland führten am 28.10.2019 zu einer Festnahme-aktion in der spanischen Stadt Alzira. Dort konnten 16 Personen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren festgenommen werden, die einem internationalen Menschenhändlerring zuzuordnen sind. Die Mitglieder des Rings finanzierten ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit Geldern aus Zwangsprostitution.

Ausgangspunkt der länderübergreifenden Ermittlungen des Dezernates für Schleusung und Menschenhandel war die Entführung einer 22-jährigen Prostituierten vor der Saarbrücker Diskothek „Kufa“. Ein 25- und ein 30-Jähriger verschleppten die junge Rumänin am 01.12.2018 (Samstag), gegen 22:30 Uhr, vom Straßenstrich in der Dudweiler Landstraße nach Valencia/Spanien und zwangen sie, dort weiter der Prostitution nachzugehen.

Während der weiteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass ein zweiter Fall von Zwangsprostitution aus dem Saarland dem europaweit tätigen Menschenhändlerring zuzuordnen ist. Im April 2018 flüchteten zwei rumänische Prostituierte (21 und
22 Jah-re) vom Straßenstrich in der Hochstraße in Saarbrücken in ein Neunkircher Bordell. Die beiden Frauen waren von einem 21-jährigen Rumänen mittels der „Loverboy-Methode“ samt Heiratsversprechen angeworben und anschließend zur Prostitution gezwungen worden. Nach Festnahme dieses Zuhälters im Oktober 2018 in Valencia und dessen Auslieferung ins Saarland, verurteilte das Amtsgericht Saarbrücken den Mann wegen Zwangsprostitution und Zuhälterei zu einer Haftstrafe von 23 Monaten auf Bewährung.

Im Zusammenhang mit diesen Taten steht ein Vorfall, der sich am Ostermontag dieses Jahres auf der Autobahn A 620 bei Geislautern ereignete. Dabei rammte ein silberner BMW einen Mercedes-Benz. Im Anschluss an den Unfall kam es zu einer Messerstecherei zwischen den Unfallbeteiligten. Recherchen ergaben, dass die Hintergründe für diese Taten ebenfalls im Rotlichtmilieu zu suchen sind. Es gelang den Ermittlern, durch umfas-sende Aussagen eines 27-jährigen Rumänen und einer 26-jährigen Rumänin, Bezüge zu der Prostituierten-Entführung an der Diskothek „Kufa“, dem Vorfall von April 2018 im Bereich des Straßenstriches Hochstraße sowie nach Spanien herzustellen. Ab diesem Zeitpunkt verlagerten die Angehörigen des Menschenhändlerrings ihre kriminellen Aktivitäten vollständig nach Spanien. Mit dem Ziel diese länderübergreifende Tätergruppierung zu zerschlagen, bildete die Polizei eine gemeinsame Ermittlungsgruppe mit dem Namen „Operation Palmera“, bestehend aus Beamtinnen und Beamten aus Deutschland, Spanien, Eurojust und Europol. Es kristallisierte sich heraus, dass es sich bei den Tätern um einen osteuropäischen Familienclan mit einer Vielzahl an Mitgliedern im Alter zwischen 18 und 48 Jahren handelt. Unter Anwendung der „Loverboy-Methode“ und durch Ausnutzen persönlicher Zwangs- und Notlagen, zwangen die Clanmitglieder ihre Opfer, auch unter Ausübung von psychischer und physischer Gewalt, mindestens seit dem Jahr 2016 zur Prostitution auf dem Saarbrücker Straßenstrich sowie in Valencia bzw. Alzira.

Bis dato konnte die Polizei 17 Opfer identifizieren. Bei der Festnahme- und Durchsuchungsaktion am 28.10.2019 in Spanien unterstützten eine Kriminalbeamtin und ein -beamter des Dezernates für Schleusung und Menschenhandel des LPP die spanischen Behörden. Hierbei wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt (s. Lichtbild), das den Tatverdacht gegen die Tätergruppierung untermauert.

Die „Operation Palmera“, unter gemeinsamer Leitung der spanischen Justiz und der Abteilung für organisierte Kriminalität bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, war mit insgesamt fünf Polizeibeamten des Landespolizeipräsidiums Saarland personalisiert.

Informationen zur „Loverboy-Methode“ (Quelle: BKA, https://fcld.ly/jm5h6p7)

Betroffene hiervon sind oft minderjährige Mädchen und junge Frauen aus allen Gesellschaftsschichten. Sie werden von „Loverboys“ angesprochen, die ihnen zunächst vor-gaukeln, sie seien in sie verliebt. Die „Loverboys“ geben ihnen Aufmerksamkeit, Komplimente, Zuneigung und oft auch Geschenke. Gleichzeitig machen sie die Opfer emotional abhängig und entfremden sie ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis. Später verleiten oder zwingen sie sie zur Prostitution. Oft gaukeln sie ihren Opfern vor, das so verdiente Geld zum Aufbau einer gemeinsamen Zukunft verwenden zu wollen. Die Opfer sind oft schwer zu erkennen, da sie sich häufig selbst nicht als Opfer wahrnehmen. Besondere Bedeutung kommt der „Loverboy-Methode“ in sozialen Netzwerken und Dating-Portalen zu.

PM des Landespolizeipräsidiums Saarland vom 22.11.2019