Seit Ende des Jahres 2019 kam es im Ballungsraum Mittelfranken zu einer Reihe von Pkw-Aufbrüchen. Umfangreiche Fahndungsmaßnahmen sowie intensiv geführte Ermittlungen durch das zuständige Fachkommissariat für Bandenkriminalität führten zur Identifizierung und Festnahme mehrerer Tatverdächtiger einer Diebes- und Hehlerbande.

Beginnend im Spätherbst 2019 stellte die Polizei in Mittelfranken eine auffällige Häufung von Kfz-Aufbrüchen fest. Vor allem im Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen wurden bei verschiedenen Fahrzeugen die hinteren Dreiecksscheiben eingeschlagen. Die Täter hatten es auf im Fahrzeug zurückgelassene Wertgegenstände z.B. Brieftaschen und Mobiltelefone abgesehen.
Mehrere der Taten wurden auch mit Pressemeldungen berichtet.

Annähernd zeitgleich begann eine Serie von Kfz-Aufbrüchen in Tiefgaragen. Dabei wurden überwiegend die Notausgangstüren bzw. Zugangstüren zu den Tiefgaragen aufgehebelt oder aufgeschnitten. Anschließend wurden dort geparkte Fahrzeuge mittels Einschlagen einer Scheibe aufgebrochen und Geldbörsen, Handtaschen, Mobiltelefone, Laptops oder mobile Navigationsgeräte entwendet.

In Zusammenarbeit mit den mittelfränkischen Fachkommissariaten und nach einem Hinweis ziviler Polizeibeamter auf den späteren Haupttäter konnten erste Ermittlungsansätze zur Aufklärung der Kfz-Aufbruchserie gewonnen werden. Da sich Hinweise auf eine bandenmäßig agierende Tätergruppierung ergaben, wurden die Ermittlungen zentral durch das neue Bandenkommissariat 47 des Kriminalfachdezernats 4 Nürnberg übernommen.

Umfangreiche Ermittlungen führten schließlich zur Identifizierung einer mehrköpfigen Tätergruppe. Drei Bandenmitgliedern im Alter von 29 und zwei Mal 32 Jahren konnten mehrere Kfz-Aufbrüche nachgewiesen werden. Über die Anlasstaten hinaus, zeigte sich ein reger Handel mit hochpreisigen Akku- und Elektrowerkzeugen, die hauptsächlich aus Aufbrüchen von Handwerkerfahrzeugen stammen.

Das Amtsgericht Nürnberg erließ Durchsuchungsbeschlüsse für neun Objekte und Haftbefehle gegen die drei Tatverdächtigen. Die Beschlüsse wurden bei einem groß angelegen Einsatz Ende April 2020 vollzogen. Der Haupttäter versuchte dabei zu flüchten und rammte mit seinem Auto zwei zivile Dienstfahrzeuge der Polizei.
Diese wurden dabei leicht beschädigt, verletzt wurde aber niemand. Der Fahrer und sein Beifahrer wurden anschließend ohne weiteren Widerstand festgenommen.

Bei den Durchsuchungen wurde eine größere Menge an Diebesgut und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Darunter waren ca. 30 hochwertige Werzeugmaschinen.

Zwei Tatverdächtige befinden sich seither in Untersuchungshaft – sie machen zu den Tatvorwürfen bislang keine Angaben. Der dritte Mann wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Zum derzeitigen Stand der Ermittlungen können der Tätergruppierung 40 Kfz-Aufbrüche zugerechnet werden. Es zeigte sich, dass die Täter auch über die Grenzen Mittelfrankens hinaus in Bayern tätig waren. Dies belegen nachgewiesene Taten in München, Neumarkt i. d. Opf. und Forchheim. Die Polizei rechnet damit, dass noch weitere Fälle der Gruppe geklärt werden können.

Der Entwendungsschaden im Zusammenhang mit den bislang zugeordneten Kfz-Aufbrüchen beläuft sich auf rund 30 TSD Euro und der Sachschaden beträgt rund 40 TSD Euro.

Der Ermittlungserfolg wurde am 22.06.2020 im Rahmen einer Pressekonferenz des Poliziepräsidiums Mittelfranken und der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth bekannt gegeben. Das Video der Pressekonferenz ist auch nachträglich über die Facebookseite des Polizeipräsidiums abrufbar.

Tipps zur Verhinderung von Kfz-Aufbrüchen finden Sie auf der Internetseite der Polizeilichen Kriminalprävention: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tip
ps/diebstahl/sicherheit-rund-ums-fahrzeug/

PM des PP Mittelfranken vom 22.06.2020

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